Archiv des Autors: Frau ArGueveur

Oups, I did it again: Schweinetorte reloaded

Langsam aber sicher wird die Schweine-im-Schlamm-Torte wohl mein Signature-Bake. Diesmal ist die Füllung Miss Blueberrymuffins unglaublich leckerer Guiness-Kuchen mit einer Zartbitter-Praliné-Ganache aus 90 g Sahne und 180 g Schokolade.

Die Schweine sind natürlich wieder Marke Eigenbau aus Marzipan und Aurélies Rote-Beete-Farbe.

Die Schweinetorte mit einem rosa Schleifenband drumherumAlles zusammen ergab das ein Mitbringsel für das legendäre Forever-39-Brunchbuffet einer guten Freundin. Geschützt von einem Tortenring und einer Haube haben die Schweine sogar die Reise nach Hannover überstanden. Und es sieht so aus, als dürfte ich sie demnächst wieder machen. Wer Lust auf ein Schlammbad hat, darf sich also gerne melden 🙂

Schokokuchen mit Himbeeren und Joghurt

Nadine von Dreierlei Liebelei hat ihr Lieblingsschokokuchenrezept verraten und ich glaube, das könnte auch einer meiner Lieblinge werden. Ich habe ihr Rezept nur ganz leicht angepasst und das Ganze mit ein wenig Säure in Form von Joghurt und Himbeeren ausgeglichen. Aber lest selbst.

Schokokuchen noch ohne DekoZutaten für eine 26er-Form oder zwei 18er-Formen (meine Version):

200 g Zartbitterschokolade (am besten mit 70% oder mehr Kakao-Anteil)
250 g Butter
3 Eier (Größe L)
60 g Zucker
70 g gemahlene Mandeln
1 gehäufter EL Mehl
1 Prise Salz

für die Deko:

250 g griechischer Joghurt
2 Handvoll Himbeeren

Schokokuchen mit Joghurt und Himbeeren oben draufUnd so wird’s gemacht:

Schokolade und Butter im Wasserbad zum Schmelzen aufsetzen. Währenddessen die Eier mit dem Zucker aufschlagen, bis sie weiß und cremig sind. Das darf ruhig bis zu 10 Minuten dauern. Jetzt fügt ihr unter ständigem Rühren die Schokomasse dazu. Zum Schluss rührt ihr Mandeln, Mehl und Salz nur kurz unter, bis sich alles gleichmäßig vermischt hat.

Im vorgeheizten Backofen bei 175°C ca. 20 bis 25 Minuten backen. Gut auskühlen lassen, bevor ihr den Kuchen aus der Form nehmt.

Für die Deko den Joghurt mit einem Schneebesen etwas aufschlagen. Wer nicht auf die schlanke Linie achten muss will, kann die Crème auch aus halb Joghurt und halb Crème fraîche zusammenrühren. Mit einigen Himbeeren dekorieren und servieren.

Danke Nadine für das wunderbare Rezept. Guten Appetit!

Dekorierter Kuchen von  oben fotografiert

Frohe und gesegnete Ostern!

Osterlamm mit Puderzucker vor bunten Tulpen

Noch ganz erfüllt vom Zauber der Osternacht wünsche ich euch ganz viel Ostersegen.

Das Rezept für das Lämmchen (ergibt 3 Stück) ist ganz einfach.

Zutaten:

6 Eier
300 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
250 g Butter
0,5 Tasse Milch
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver

Die Eier trennen, die Eigelbe mit dem Zucker, dem Salz, dem Vanillezucker und der Butter zu einer glatten Crème aufschlagen. Die Milch nach und nach unterrühren, dabei aufpassen, dass keine Klümpchen entstehen. Dann das mit dem Backpulver vermischte Mehl unterrühren. Zum Schluss das Eiweiß zu Schnee schlagen und unterheben.

Die Lammformen buttern und mehlen und füllen. Dabei solltet ihr darauf achten, die Formen nicht zu voll zu machen, denn der Teig geht ziemlich gut auf.

Bei 180°C für ca. 25 bis 30 Minuten in den Ofen schieben. Lasst die Lämmchen gut auskühlen, bevor ihr sie aus der Form nehmt. Falls dabei der Kopf abbricht (ist mir in diesem Jahr nicht passiert, aber ich weiß, wovon ich rede 🙂 ) könnt ihr ihn mit einem kleinen Zahnstocher wieder an seinen Platz befördern.

Hier gibt es in diesem Jahr natürlich auch wieder eine fröhliche Hasenparade mit Buchweizenmehl.

Hasenstempel-Keks vor zwei PorzellanosterhasenKeks mit einem Osterhasenstempel dekoriert vor einem StoffhühnchenViel Segen!

Biblios, das fröhliche Bücher-, äh Kartenspiel

Ihr liebt Bücher? Ihr liebt Spiele? Dann seid ihr hier richtig, denn Biblios vereint beide Leidenschaften in einem.

Die verschiedenen Elemente des Spiels Biblios: Karten, Würfel und eine ÜbersichtskarteAls Äbte eines Klosters versuchen wir, die schönsten, besten, heiligsten und verbotensten Bücher für unsere Bibliothek und am besten auch noch die Mönche mit dem größten künstlerischen Talent zu ergattern. Dazu verteilen wir in der ersten Runde erst einmal Geschenke. Das heißt, wer an der Reihe ist, zieht nach und nach so viele Karten, wie Spieler in der Runde sind, und eine Karte mehr. Die Karten zeigen verschiedene Sorten Bücher oder sind verschieden hohe Geldbeträge wert. Bei jeder Karte muss man entscheiden: Behalte ich die Karte für mich, lege ich sie in den Vorrat, der später versteigert wird, oder gebe ich sie meinen Gegnern? Das vertrackte daran: Die Entscheidung fällt nach dem Ziehen jeder Karte, ohne dass man weiß, was eventuell noch danach kommt.

Hat man alle Karten verteilt, gibt man den Stapel weiter und der nächste Spieler steht vor den gleichen haarigen Entscheidungen. Welche Bücher hat die Konkurrenz schon eingesackt? Welche will man selbst unbedingt haben? Oder soll man doch lieber Geld nehemn, um bei der Versteigerung nochmal richtig abzusahnen? Denn schließlich ist es das Ziel, bei möglichst vielen Büchersorten (dargestellt durch verschiedene Farben), die Punktemehrheit zu erobern, denn nur für den Sieger jeder Kategorie gibt es Punkte. Diese Punkte liegen in Form von Würfeln in den passenden Farben gut sichtbar für alle in der Tischmitte aus. Zu Beginn zeigen die Würfel alle jeweils 3 Augen.

Allerdings tauchen während des Spiels immer wieder so genannte „Kirchenkarten“ auf: Äbte, Bischöfe und Kardinäle, die uns die Möglichkeit geben, die Schlusswertung zu beeinflussen, indem wir Würfel einer oder mehrerer Farben höher oder niedriger drehen. Auch hier gilt es, neben dem Wissen über die eigenen Eroberungen auf dem Buchmarkt auch einen groben Überblick über die bereits bekannten Bücherschätze der Mitspieler zu behalten, um deren Wertungskategorien ab- und die eigenen aufzuwerten.

Ist der erste Stapel verteilt, wird der zweite, zur Auktion zurückgelegte Stapel, versteigert. Auch hier geht es reihum und wer mit Versteigern dran ist, gibt das letzte Gebot ab. Bücher- und Kirchenkarten muss man offen mit Geldkarten bezahlen, Geldkarten muss man verdeckt mit beliebigen Karten zahlen. Am Ende gilt es, wie gesagt, die Mehrheit der Bücher verschiedener Kategorien zu erobern und damit die aktuelle Augenzahl der gleichfarbigen Würfel als Siegpunkte zu verbuchen. Das füllt keinen ganzen Abend, aber als Anwärmer oder, noch besser, als Absacker in einer Runde von Kartenspiel- und Lesefreaks, ist Biblios bestens geeignet.

Bücher, Karten und ein Klosterambiente: Für den Lieblingsmenschen und mich eine ziemlich großartige Ausgangslage, um sich in dieses Spiel zu vergucken. Dass man das kleine Spielchen auch zu zweit prima spielen und dank seiner kompakten Verpackung auch gut mitnehmen kann, erhöht die Freude nur. Spieleabend anyone?

Der Leuchtturm von Pontusval

Einer meiner Lieblingsleuchttürme (also nach Ar Gueveur, natürlich) steht in Brignogan und heißt Phare de Pontusval. Er ist eher klein, sein Leuchtfeuer ist aber mächtig und reicht bis zu zehn Meilen weit. Damit ist er der Hauptleuchtturm zwischen der Île Vierge und der Île de Batz. Ein paar technische Daten findet ihr hier. Richtig schön finde ich auch die Legende, die sich um die Felsspitze rankt, auf der der Leuchtturm seit fast 150 Jahren den Seefahrern Orientierung gibt. Es gibt sie in zahlreichen Variationen, schließlich sind wir hier an der Côte des légendes, der Küste der Legenden, das verpflichtet.

Der Leuchtturm von Pontusval mit dem kleinen Naturhafen davorIch erzähle euch die Version der Geschichte nach, die ich von den Conteurs de la nuit gehört habe. Am Originalschauplatz. Hach.

Aber nun lehnt euch zurück, nippt nochmal an eurem Tee, stellt euch vor, die Luft rieche ein klein wenig nach Salz, im Hintergrund rauscht das Meer, eine Möwe ruft nach ihrer Liebsten und von ferne nähert sich Hufgeklapper…

In der Burg von Roche-Maurice, ganz in der Nähe von Landerneau, waren einmal zwei mutige Ritter zu Gast, die nichts und niemand schrecken konnte. Eines Nachmittags machten sie mit ihren Pferden einen Ausritt, um die Gegend kennenzulernen. Sie ritten am Fluss Élorn entlang, bis sie an seine Mündung in der Bucht von Brest kamen. Wie sie so ritten und aufs Meer schauten, sahen sie plötzlich einen Mann, der sich von den Klippen ins Wasser stürzte und zu ertrinken drohte. Die beiden furchtlosen Ritter zögerten nicht lange, sprangen dem Mann hinterher und zogen ihn in der nächsten Bucht ans Ufer.

Als der Gerettete genug Wasser ausgespuckt hat und wieder sprechen kann, wollen die beiden Ritter natürlich wissen, warum er etwas so Verrücktes getan hat. Der völlig verzweifelte Mann seufzt tief und erzählt den beiden die ganze Geschichte: „Etwas weiter östlich von hier lebt ein fürchterlicher Drache. Das geflügelte Monster terrorisiert die ganze Gegend und fordert immer schrecklichere Tributzahlungen. Er frisst kleine Tiere und unser Vieh und jetzt fordert er auch noch Menschen als Futter. Jeden Samstag wird unter den Bewohnern der umliegenden Orte ein Name ausgelost und dieser Mensch wird dem Drachen zum Fraß vorgeworfen. Dieses Mal wurde der Name von meinem Sohn gezogen. Er ist doch erst zwei Jahre alt. Und da dachte ich, ich ertränke mich und dann können die Leute mich dem Drachen zum Fraß vorwerfen. So wollte ich meinen Sohn retten.“

Die beiden Ritter erschauern, aber natürlich wollen sie helfen. Sie beraten sich mit dem Mann, der heißt, wie der Fluss, den sie entlanggeritten waren: Élorn. Dabei erfahren sie, dass Élorn Heide ist. Die beiden Ritter sind überzeugt: Ihre Mission, den Drachen zu vernichten und die Menschen in der Gegend zu erlösen, kann nur gelingen, wenn Gott selbst dabei hilft. Élorn ist skeptisch. Was soll Gott mit dem Drachen zu tun haben? Da erzählen ihm die Ritter  Geschichten aus der Bibel und Erzählungen von Heiligen, die mit Gottes Hilfe Drachen und andere Untiere besiegen konnten. Der verzweifelte Vater ist überzeugt und verspricht seinen Rettern, sich so schnell wie möglich taufen zu lassen. Diese Nachricht gibt den beiden tapferen Rittern den letzten Anstoß und sie ziehen los, um gegen den Drachen zu kämpfen.

Sie finden das Monster in der Nähe von Kerlouan. Vor Hunger ist es ganz schwach geworden und eingeschlafen. Die Ritter fangen den Drachen, indem sie ihm ein langes Seil um den Hals binden. Dabei wird das Untier wach, schlägt wild mit den Flügeln um sich und speit Feuer. Der Kampf ist lang, doch am Ende gelingt es den Rittern, den Drachen bis zu den Klippen von Brignogan zu zerren.

Leuchtturm von Pontusval von der Rückseite aus gesehen mit großen Felsen im VordergrundSie werfen ihm einen Vogel, den sie gejagt hatten, als Köder hin und der Drache springt dem Köder hinterher. Dabei zieht der das Seil, an dessen Ende die Ritter schwere Steine gebunden haben, hinter sich her, fällt ins Wasser und ertrinkt. Angeblich kann man die Stacheln seines Schwanzes noch in den Felsen vor der Landspitze erkennen. Seither heißt diese Stelle jedenfalls Pontusval oder, wie die alten Bretonen sagen: Poul beuz an eval, das heißt: Abgrund, an dem die Bestie ertränkt wurde.

Phare de Pontusval mit den davorliegenden Felsen in der Abendsonne

Frühling lässt sein blaues Band…

Vogel im Dämmerlicht in der Spitze einer noch unbelaubten BaumkroneAuch wenn es heute schon wieder grau und kalt ist, lässt es sich nicht mehr leugnen: Der Frühling ist da. Genossen habe ich ihn in den vergangenen Tagen nicht nur im Sonnenschein in der Mittagspause, sondern ganz besonders auf dem Heimweg in der abendlichen Dämmerung. Die verschiedenen rot-orange-lila-rosa-gelb-Töne und das tausendundeine Blau am Himmel waren einfach wunderschön. Und so habe ich für den Weg vom Bahnhof nach Hause nicht die üblichen drei Minuten gebraucht, sondern fast zehnmal so lange; okay, mit Umwegen am Feldrand vorbei, aber was hat man da für eine wundervolle Aussicht auf die Hügel des Vorgebirges im Sonnenuntergang. Hach.

Und dann sitzen da da diese beiden Vögel. Ich konnte sie im Dämmerlicht kaum noch erkennen, geschweige denn identifizieren. Aber gehört habe ich sie. Der eine auf seinem Baum links der Straße, der andere rechts. Und über mich staunende Zuhörerin hinweg flirteten flöteten sie sich zu. Immer im Wechsel und immer inniger, je länger es dauerte. Und ich stand dazwischen, habe ganz still gehalten, um die flirtenden Sänger nicht nur stören und war völlig bezuckert.

Eiserwaffeln mit Kirschen und Quark-Crème

Zum Geburtstag hat der Lieblingsmensch mir einen Hörnchenautomaten geschenkt. Damit verbinde ich leckere Kindheitserinnerungen, denn bei Familienfesten in der Eifel buk meine Tante immer bergeweise grollte Zimtwaffeln mit genau so einem Waffeleisen. Dazu gab es selbst gemachten Pudding, den man natürlich mit den Waffeln wunderbar löffeln konnte.

Eine Waffel zusammengerollt und eine Waffel auf einem HörnchenformerAußerdem ist der Lieblingsmensch Westfale und dort kennt man die kleinen Hörnchen als Eiserwaffeln – gefüllt mit Eis oder Obst und Crème oder Sahne. Und wie das so ist mit neuen Küchenschätzlein: Die können ja nicht einfach ungetestet im Schrank verschwinden. Daher kamen die Menschen, die mich am und um meinen Geburtstag getroffen haben, in den Genuss dieser kleinen Waffelköstlichkeiten.

Rezept für die Waffeln (etwa 30 Stück):

175 g geschmolzene, lauwarme Butter
2 Eier
175 g Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
350 g Mehl
25 ml Karamellsirup300 ml Wasser

Alle Zutaten bis auf das Wasser und den Sirup gut miteinander vermengen. Dann unter ständigem Rühren das Wasser unterrühren, dabei darauf achten, dass keine Klümpchen entstehen. Zum Schluss den Sirup gut unterrühren.

Der Teig muss mehrere Stunden kalt stehen und vor dem Abbacken wieder aufgerührt werden. Er sollte dann glatt vom Löffel fallen. Eventuell solltet ihr noch etwas Wasser hinzugeben.

Im Hörchenautomaten werden die Waffeln nach und nach gebacken. Nach zwei-drei Versuchen hatte ich die richtige Teigmenge raus, so dass die Waffeln weder viel zu klein wurden noch große Teigmengen im Überlaufrand landeten.

2 Hörnchen auf den Hörnchenrollen auf einem blauen TellerWenn sie fertig sind, müsst ihr sie quasi sofort zu Rollen oder Hörnchen formen, denn sobald sie abkühlen, lassen sie sich nicht mehr biegen. Dass ihr dabei ein bisschen hitzebeständigere Finger oder ein wenig weniger vom Tollpatschgen braucht als ich, muss ich für die regelmäßigen Leser dieser Rubrik ja sicher nicht mehr dazusagen 🙂 Aber Spaß macht das formen auf jeden Fall. Und da beim Geschenk auch gleich drei Hörchenformer dabei waren, ging das Ganze auch recht schnell.

Gefüllte Eiserwaffeln auf einer TortenplatteFür die Crème habe ich Magerquark, Frischkäse und Mascarpone zu gleichen Teilen gemischt (je 200 g) mit etwas Milch aufgeschlagen und mit Vanillezucker nach Geschmack gesüßt. Dann Sauerkirschen gut abtropfen lassen und unterheben und kurz vor dem Servieren in die ausgekühlten Hörnchen füllen.

Guten Appetit!

 

Far breton: Vom Schlammbad zum Glückskuchen

Für mich ist er DER bretonische Kuchen schlechthin. Zum einen war es der erste Kuchen aus meiner Lieblingsregion, den ich selbst gebacken habe, zum anderen schmeckt er einfach großartig. Dass Alice, unsere Lieblingsgastgeberin im Finistère, uns immer einen frisch gebackenen Far auf den Tisch stellt, wenn wir anreisen, macht ihn nur sympathischer.

Far breton auf einer KuchenplatteGelernt habe ich das Rezept an einem unvergesslichen Wochenende auf Belle-Île. Nach zwei komplett verregneten Osterferienwochen, in denen sogar der ältere Herr, den ich fast jeden Tag beim Bäcker getroffen habe, meinte, er könne sich nicht daran erinnern, dass es schonmal so lange am Stück keinen Sonnenschein gegeben habe – jedenfalls: Nach zwei Regenwochen war ich zusammen mit einem Freund auf Belle-Île unterwegs. Wir wohnten im Haus von Freunden von Freunden und konnten auch die Fahrräder nutzen. Dadurch habe ich einiges von der Insel kennengelernt und festgestellt, dass es sinnvoll ist, einen Fahrradlenker immer dann besonders gut festzuhalten, wenn die Radwege nach zwei Wochen Regen zu Matschwüsten mutiert sind. Denn wenn man das nicht tut und stattdessen mit einer Hand begeistert auf exotische Vögel auf unglaublich schönen Felsformationen zeigt, kann es passieren, dass das Fahrrad stecken bleibt und die unvorsichtige Fahrerin einen ungeplanten Abgang über den Lenker macht. Der hilfreiche Reisebegleiter reicht einem natürlich die Hand, um einem aus dem Matsch aufzuhelfen zückt natürlich den Fotoappart und hält das Schlammmonster für alle Zeiten im Bild fest. Äh nein, das kriegt ihr hier nicht zu sehen 🙂

Quasi als Entschädigung hat der freundliche Fotograf mir hinterher das Rezept für den Far breton verraten. Und was soll ich euch sagen: Hammer. Mit dem Geschmack von Pflaumen auf den Lippen und einem guten Glas Gamay auf dem Tisch war es dann auch gar nicht mehr schlimm, abends am Kaminfeuer die Hose und die Strickjacke auszubürsten.  (Den Fehler, für zwei Tage nur eine Garnitur tageslichttaugliche Klamotten mitzunehmen, mache ich seither nicht mehr. Wenn ihr mich also bei Kurztripps mit viel zu viel Gepäck antrefft, wisst ihr jetzt warum.)

Aber zurück zu dem wirklich unglaublich einfachen, unglaublich schnell gemachten und umwerfend leckeren Rezept für den Far breton, das ihr natürlich nachbacken dürft, ganz ohne euch vorher im Dreck zu wälzen.

Man nehme:

3 Eier
125 g Zucker
250 g Mehl
1 Prise Salz
1 Liter Milch
2 Handvoll Pflaumen (frisch oder getrocknet)

So wird’s gemacht:

Die Eier gut aufschlagen. Erst den Zucker gut unterrühren, dann das Mehl und die Prise Salz einrühren und dabei aufpassen, dass keine Klümpchen entstehen. Zuletzt die Milch langsam nach und nach unterrühren. Der Teig wird sehr flüssig, daher müsst ihr aufpassen, dass sich nicht ein Großteil des Teigs unten absetzt. Daher lieber langsam, aber sorgfältig rühren, bis sich alles gut verbunden hat.

Den Teig nun vorsichtig in eine gebutterte und gemehlte Form gießen. Zum Schluss lasst ihr die Pflaumen in den Teig sinken.

Den Kuchen nun bei 180°C für ca. 50 bis 60 Minuten auf mittlerer Schiene in den Ofen schieben. Achtung: Der Kuchen geht sehr stark auf, daher nicht zu weit oben platzieren. Die Stäbchenprobe verrät euch, ob der Far breton fertig ist. Er darf gerne noch saftig, darf aber in der Mitte auf keinen Fall noch flüssig sein.

Far breton frisch aus dem OfenWer den Far breton zum ersten Mal backt, wird vermutlich eine mittlere Enttäuschung erleben, wenn er ihn aus dem Ofen genommen hat, denn die ganze seelige Luftigkeit fällt innerhalb weniger Minuten in sich zusammen. Keine Angst, das muss so sein und macht einen Teil des Charmes dieses Flan-ähnlichen Gebäcks aus.

Lauwarm schmeckt er uns hier am besten, aber natürlich kann man ihn auch wunderbar kalt servieren. Dazu passt ein Tässchen Cidre, aber auch Schwarztee oder Kaffee lassen sich bestens dazu genießen. Bon appétit.