Archiv des Autors: Frau ArGueveur

Erdbeer-Schoko-Traum à la Anna

Sicht von oben auf den Erdbeer-Schoko-Traum, das heßt, auf die mit Schokolade und Erdbeeren verzierte Torte, deren Füllung aus Erdbeeren und einer Quark-Joghurt-Creme besteht Da die Erdbeeren im Hofladen meinen Lieblingsmenschen so sehr angelacht haben, hat er dieses Wochenende gleich einen riesen Korb davon mitgebracht. Einen Teil haben wir sofort genascht, den Rest habe ich zu einem Schoko-Erdbeer-Törtchen verarbeitet. Inspiriert hat mich Annas Facebookseite. Allerdings habe ich die Torte etwas abgewandelt und „leichter“ gestaltet als das Original. Da ich eine 18er-Backform genommen habe, habe ich außerdem die Mengen etwas angepasst.

Für den Teig:

2 Eier
80 g Zucker
70 ml Öl
100 ml Milch
120g Mehl
0,5 Pck Backpulver
80 g Zartbitterschokolade

Die Eier mit dem Zucker so lange aufschlagen, bis die Masse cremig und ganz hell geworden ist. Das Öl unter ständigen Rühren dazugeben. In der Zwischenzeit die Schokolade im Wasserbad schmelzen und das Mehl mit dem Backpulver mischen. Abwechselnd Mehl und Milch zur Ei-Masse geben und zum Schluss die geschmolzene Schokolade unterrühren. Bei 180°C ca. 50 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Nach dem Auskühlen habe ich den Boden  in drei Teile geschnitten, einen Tortenring drumherum gelegt und den ersten Boden mit Erdbeeren in Scheiben belegt. Darauf kam der erste Teil der Crème.

Foto der angeschnittenen Erdbeer-Schokotorte. Man sieht die drei Böden, die Erdbeer- und die Quark-Joghurt-SchichtFür die Crème:

200 g Magerquark
200 g Naturjoghurt
2 Päckchen Vanillezucker
etwas Zitronensaft
einige Umdrehungen aus der Vanillemühle
5 Blätter Gelatine

Alle Zutaten verrühren, die Gelatineblätter 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen, dabei darauf achten, dass sie gut bedeckt sind. Danach die Gelatine ausdrücken und in einem Topf auf kleiner Flamme unter rühren erhitzen, bis sie sich aufgelöst hat. Topf vom Feuer nehmen und 2 EL Quarkmasse dazugeben, alles gut verrühren, bis sich eine glatte Masse ergibt. Zum Schluss die warme Gelatine vollständig in die Quark-Joghurt-Masse geben und alles sehr gut verrühren.

Torte zusammenbauen:

Etwa die Hälfte der Crème auf den mit Erdbeeren belegten Boden geben, dann den zweiten Boden darauflegen und genauso verfahren, zum Schluss mit dem dritten Boden abdecken. Mindestens 2 Stunden kalt stellen.

Ich habe den Kuchen mit dem geschmolzenen Rest der Schokoladentafel und einigen Erdbeeren dekoriert und das Kunstwerk nochmal eine Weile in den Kühlschrank gestellt. Nach Auskunft der Testesser ist das Törtchen ohne Widerspruch in die Kategorie „Musst du auf jeden Fal nochmal machen“ einsortiert worden. Bon appétit!

Kunst im Kasten

Kunst im Kasten: Ein ehemaliger Zigarettenautomat, der zu einem Kunstautomaten umgestatet wurde, oben steht ChameleonIch habe heute Kunst gekauft. Ein kleines Unikat. Aus dem Automaten. Ja, richtig gelesen, Kunst aus dem Kasten.

In der romantischen Altstadt von Kronenburg hängt das „Chameleon“ – also der Kunstautomat – gegenüber des Café Zehntscheune (in dem es wundervollen selbstgebackenen Kuchen gibt, zum Beispiel himmschlischen Mürbteig mit dünner Joghurtschicht und riesigen, süßen Erdbeeren). Aber ich wollte euch ja ausnahmsweise mal nicht vom Backen erzählen, sondern von meinem nigelnagelneuen Kunstwerk.

Kunst im Kleinformat

In dem Automaten, der unübersehbar mal ein Zigarettenautomat war, sind in die Fächer, in denen früher Glimmstängelschachteln auf Abnehmer warten, kleine Kunstwerke eingezogen. Für 6 Euro kann man sich eines aussuchen. Dabei galt es, aus 6 Motiven zu wählen. Allein diese Auswahl macht Spaß. Nehme ich lieber was Abstraktes oder ein Eifel-Motiv (schließlich steht ja auf dem Maschinchen, dass es bei der Kunst im Kleinformat um Souvenirs geht). Will ich ein schwarz-weißes Motiv oder ein Bild mit Farbe?

Diese Fragen kann man leicht beantworten, die anderen nicht. Wer ist der Künstler oder die Künstlerin? Gibt es das hier immer oder ist es eine Aktion? Wer kommt auf eine so verrückte Idee? Oder ist die Idee gar nicht plemmplemm sondern nur mein Blickwinkel ver-rückt?

Erstmal habe ich aber festgestellt, dass ich zwar genug Geld, aber nicht genug Kleingeld hatte. Ich musste also die Bedienung des Cafés nach Wechselgeld fragen und in der Sonne mit herrlich intensivem Holunder-Rosenduft in der Nase darauf warten. Was die Vorfreude eindeutig gesteigert hat. Am Ende wollte ich unbedingt das Motiv mit dem „Paradies“ haben. Erwartungsvoll habe ich die passende Schublade aufgezogen und eine kleine weiße Schachtel herausgezogen. Vorsichtig habe ich sie aufgemacht und mein Kunstwerk herausgezogen.

Das kleine Kunstwerk zeigt eine Strichzeichnung einer Frau und rechts neben ihr eines stilisierten, etwas größeren Mannes, rundherum steht auf blauem Grundgeschrieben: Das Paradies ist hier

Erst, als wir wieder zu Hause waren, habe ich den kleinen Hinweis auf den Ursprung des Chamäleons auf der Schachtel entdeckt. Die Künstlerin heißt Julia Brück und hat nicht nur diesen einen Kunst-Automaten aufgestell, sondern 25 Stück. Jedes Bild ist ein Einzelstück – jetzt fühle ich mich noch bezuckerter.

Übrigens ist Kronenburg auch andernorts schön. Richtig, das ist ein Ausflugstipp 🙂Eine Reihe von alten Fachwerkhäusern in Kronenburg mit kleinen Dachgauben und Rosenbüschen davor

Streng geheim oder so

Kleiner Zwischenbericht aus dem WM-Fanlager:

Aktuell letzter Platz beim Tippspiel (meinem Punktestand würde ein Tor – der richtigen Mannschaft – sehr gut tun #Phrasendreschenkannich). Heute wurde ich von einem Auto überholt, das nicht nur die deutsche, sondern auch die brasilianische, die spanische, italienische, französische und die ghanaische Fahne (ja, die kenne ich, ihr etwa nicht?) an den Fenstern befestigt hatte, bisheriger Rekord.

Und: Es scheint keinerlei Favoriten mehr zu geben, nur noch Geheimfavoriten. Ausnahme: Die Brasilianer. Nach welchen Regeln die plötzlich alle umsortiert werden, wissen vermutlich nur Mehmet Scholl und die SPON-Sportredaktion. Am Grölen der Hymnen kann’s nicht liegen, schließlich gelten auch die als Geheimfavoriten, bei denen gar keine Hymne abgespielt wurde. Die Braslianer gewinnen die Hymnen-Kategorie natürlich trotzdem. Übrigens liegen sie auch in meiner streng geheimne Geheim-Kategorie ganz offiziell vorne: Schönste Polonaise.

Echt jetzt?

140610-hagelEigentlich wollte ich ein heute bisschen jammern. Über die Löcher in den Blättern der Weigelie, weil: Hagel. Also so richtig sichtbare Körner. Aber angesichts des Ausmaßes des Unwetters gestern, finde ich die Weigelienlöcher völlig in Ordnung.

Welches andere Thema bietet sich an, wenn das Wetter nicht taugt? Richtig: Fußball.

So langsam aber sich bricht auch beim Lieblingsmenschen und mir das WM-Fieber aus. Wir haben die Vorrundenspiele getippt, ausführlich die Rückenbeschwerden und die daraus folgende Absage von Frank Ribéry mit französischen Freunden diskutiert, hoffen, dass Marco Reus‘ Ausfall kein K.O.-Kriterium für die deutsche Mannschaft ist und ich habe sowohl einen WM-Spitznamen erstellt als auch fußballtaugliche Backideen entwickelt. Wir sind also durchaus infiziert – und das umso mehr, als dass wir zum ersten Mal seit Jahren ein Fußballevent nicht in Frankreich erleben (auch großartig, aber einfach nicht dasselbe; über die unterschiedliche Art, Fußballspiele zu kommentieren, könnte ich Romane schreiben).

Fußballfieber also. Aber die Auswüchse werden immer seltsamer. Paninisammelbilder: Klar. Kühlschrankmagneten? Haben wir auch. Alles was Fan und Umgebung schmückt (Ketten, Ohrringe, Servietten undsoweiter): Super. Nationalitäten-Pizzen und -Burger, Fahnen fürs Auto und Überzüge für Autospiegel und Fahrradsattel, Schuhe und Trikots, Taschen und Bälle: Kann ich alles irgendwie nachvollziehen. Aber müssen diesmal wirklich alle erdenklichen Produkte der Nahrungs- und Genussmittelindustrie mit auf Knopfdruck Samba tanzenden Familiendarstellern illustriert werden? Und was soll ich mit der offiziellen WM-Zahnbürste? Ääähh, nein, ich verlinke euch das alles nicht.

Was kommt als nächstes, WM-Klopapier? Ach so, gibt es schon. Na dann: Viel Spaß beim Fußball.

Erdbeer-Quark-Joghurt-Torte

Hier gab’s schon lange nichts Gebackenes mehr. Zeit, das zu ändern. Passend zum aktuellen perfekten Sonnentag hatte ich Lust auf eine Quark-Erdbeer-Torte:

Foto der Erdbeertorte

Der Boden ist ein Sweet&easy-Biskuit, darüber gibt es eine Masse aus 400 g Magerquark, 200 g Joghurt, 100 g Zucker und 600 g pürierten Erdbeeren. Gelatine oder Agar Agar dazu. Darüber dann noch eine Mischung aus 100 g Quark, 100 g Joghurt und etwas untergehobener Sahne.

Die restlichen Erdbeeren (zumindest die, die noch nicht im Mund des Lieblingstestessers verschwunden waren) wurden als Deko eingesetzt. Wiederholungsgefahr!

Whisky Fair 2014

Hatte ich erwähnt, dass ich in letzter Zeit viel unterwegs war? Einer der Wege führte den Lieblingsmenschen, einige gute Freunde und mich in guter Tradition nach Limburg zur Whisky Fair.

whisky fair 2014-ueberblick

Das Wetter war wieder großartig, die Stimmung auch. Und wir haben ein paar schöne Entdeckungen gemacht.

Eine Hand hält die Flasche mit dem Etikett in die KameraDa war zum Beispiel dieser Edradour, der in ausschließlich in Chardonnayfässern geschlummert hat. Er gehört zu einer ganzen Reihe von Whiskys, die direkt in Weinfässer einziehen durften, die alle direkt aus der kleinsten Distille Schottlands stammen. Himmlisch trocken und dabei trotzdem fruchtig bringt der kleine Schotte überraschend viel Geschmack aus Frankreich mit. Klasse.

whisky fair 2014-japanerWeil der Lieblingsmensch mit Begeisterung Japanisch lernt, durften ein japanisches Tröpfchen bei der Verkostung nicht fehlen. Der 5 Jahre alte White Oak von Akashi sollte es sein. Nicht schlecht (viel Honig, Pfirsich, ein bisschen Getreide, ein bisschen Holz), aber mein Liebling wird er nicht.

Biersky-Erfinder Jean Metzger aus Uberach hält eine Flasche des Getränks im ArmEine echte Entdeckung kommt aus dem Elsass. In Uberach brennt man bei Bertrand vor allem Obst. Seit einiger Zeit gibt es aber auch Whisky. Und jetzt auch: Biersky. Der Name ist natürlich … so mittelgroßartig. Aber das Gebräu ist eine Mischung aus Whisky und Bierbrand, gelagert in Bourbonfässern und auch sonst behandelt wie ein Single Malt. Der Chef persönlich erzählte mit glänzenden Augen, dass er für die Rarität nur das Biobier der benachbarten Kleinbrauerei benutzt und der einzige sei, der auf eine solche Idee gekommen ist. Das sei eben der Erfindergeist der Franzosen. Und nachdem wir probiert haben, muss ich sagen: Stimmt. Der Biersky schmeckt natürlich nicht wie ein Whisky, aber doch rund und honigsüß, dabei aber auch ein wenig malzig-herb und vor allem nach frischen Kräutern. Süffig.

Außerdem gab es einen schön abgerundeten, sherrytönigen Writer’s Tears (mit einer besonders schönen Präsentation), ein Wiedersehen mit der Ardbeg Galileo und einen wirklich teuren Port Ellen (nein, den haben wir nicht probiert)..

Und dann war da noch dieser junge Bunnahabin von Riegger’s, der aussieht wie Wein. Er ist erst sechs Jahre alt und hat die Hälfte seines Lebens in einem Rotweinfass verbracht. Er schmeckt nach Kirschen, Zwetschgen und Rosinen und wenn man (wie der stolze Créateur empfiehlt), beim Schlucken tief einatmet, auch nach Orange und Birnen, Vanille und Schokolade. und nach mehr.

Halbvolle Flasche des Bunnahabin zwischen anderen FlaschenFolgerichtig durfte dieser kleine Rote Das Rotweinfass, in dem der Bunahabbin von Riegger's Selection gelagert hat.(rechts seht ihr übrigens das Fass, in dem er lag) dann auch bei uns einziehen. Sláinte!

 

 

Von Nischenbewohnern und anderen Heiligen

Hier war es zuletzt ganz schön ruhig. Aus Gründen. Und natürlich, weil ich ohne Internet unterwegs war. Zum Beispiel in Bamberg. Dazu gäbe es massenhaft zu erzählen. Vor allem von den Menschen, die diese Tage für mich so reich gemacht haben. Von der Sonne und dem Wasser und den langen Spaziergängen. Von meinem filmreifen Sturz über einer hinterhältige Treppenstufe. Von…

Aber heute bekommt ihr nur einen bildlichen Beweis dafür, dass Bamberg in Bayern liegt. (Jürgen: Ich weiß, es ist Franken, aber vom Rheinland aus gesehen, ist es eben doch Bayern 🙂 )

Und natürlich darf meine Lieblings-Nischenbewohnerin nicht fehlen (vor allem, da sie in meinem Herzen viel mehr als eine Nische bekommen hat).bamberg-mary ward

Die Burgen von Burgund

Spielpläne des Spiels Burgen von Burgund mit einigen Plättchen, die bereits ausgelegt wurden.Wir haben mal wieder Städte gebaut. Wundervoll abwechslungsreiche Städte an der Loire. Wir haben Tiere auf die Weide gebracht, Boote gekauft, Waren verschifft und wertvolle Rohstoffe in unseren Bergwerken abgebaut. Und das alles in unserem Wohnzimmer, mit den Burgen von Burgund. Das Spiel stand schon 2011 auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres, wir haben es aber erst vor Kurzem für uns entdeckt.

Das Prinzip des Spiels ist ziemlich komplex, aber wenn man es einmal verstanden hat, dann doch überschaubar. Allerdings hat man bei jedem Zug mehrere Möglichkeiten und es ist gar nicht so einfach, abzuschätzen, welche Option einen am Ende die meisten Punkte einbringt.

In fünf großen Runden mit jeweils fünf Zwischenrunden kann jeder Spieler sich entscheiden, ob er Gebäude oder Plätze bauen, Tiere anschaffen und auf die Weide stellen oder ob er Boote, Minen oder Burgen kaufen will. Je nachdem, was man baut, darf man weitere Aktionen ausführen oder eben auch nicht. Man kann Zusatzplättchen erstehen, Waren verkaufen oder Würfelpunkte gegen Arbeiter eintauschen. Die Arbeiter können beim nächsten Wurf einen Punkt auf die Würfelzahl addieren oder einen Punkt davon abziehen. Die gleiche Fähigkeit haben sie auch beim Einpassen der Bauplättchen auf den Stadtplan. Das klingt kompliziert, ist aber – zumindest beim Spiel zu zweit – schnell zu lernen und umzusetzen.

Besonders gefällt uns die etwas wilde, aber sehr gute Mischung aus Strategie und Glück – denn die besten Pläne bringen einen nicht weiter, wenn man nicht die passenden Zahlen würfelt oder wenn einer der Spieler, der vor einem an der Reihe ist, die besten Plättchen mithilfe der legendären gelben Sonderplättchen wegschnappt.

Das gesamte Spiel ist aufwändig ausgestattet und sowohl die detailreiche grafische Gestaltung als auch die zurückgenommene Farbgebung sind in unserer Spielerunde gut angekommen. Wir vergeben daher 3,5 von 4 Sternen.