Archiv des Autors: Frau ArGueveur

Ausflug ins Bilderbuch

bad muenstereife-stadttorWeil ein Teil der Familie dort bummeln wollte und es keinesfalls angeht, sich so nette Menschen entgehen zu lassen, haben wir vor kurzem einen Ausflug in ein Bilderbuch nach Bad Münstereifel gemacht.

Fachwerk ohne Ende, eine historische Stadtmauer mit mehreren gut erhaltenen Stadttoren, hübsche-und-weniger-hübsche-Dinge-Geschäftchen, Geschenkeboutiquen und Klamottenläden überall (und das war noch vor der Eröffnung des neuen City-Outlets, mit Heino, wem auch sonst), das leise Plätschern der Erft, Brauhäuser und Cafés, die die ortstypischen Printen in dutzenden Variationen verkaufen. Die obligatorische Burg auf dem Berg.

bad muenstereifel-burgUnd Touristen. Hunderte. Tausende. Überall. Auch wenn sie sich brav zur Seite gestellt haben, wenn ich ein Foto gemacht habe. Die ganze Stadt scheint nur zwei Arten von Menschen  zu kennen: Solche, die konsumieren – selbstverständlich auch am Sonntag. Und andere, die genau das durch ihre Arbeit ermöglichen.

Mehrere Fachwerkhäuser in einer kleinen GasseNatürlich ist das nicht nur in Bad Münstereifel so. Es gibt vermutlich unendliche viele Orte, in deren Kern es so scheint, als sei das normale Leben ausgestorben. In denen es keine Läden für den normalen Alltagsbedarf gibt, keine Supermärkte oder Discounter, keine Gemüsehändler oder Drogerien, keine Optiker, Reinigungen, kein Metzger, kein Kiosk und erst recht kein „Büdchen“. Wo man nicht „einkaufen“ kann, sondern nur „shoppen“. Das gehört zum Wesen des Tourismus, Nicht umsonst heißt es ja auch: Tourismusindustrie.

Ich bin selbst oft genug Tourist, oder zumindest Tagesgast. Und genieße das meistens sehr. In kleinen Boutiquen zu stöbern und lieben Menschen etwas auszusuchen, in der Buchhandlung am Marktplatz (da, wo es schön ist, gibt es noch immer zuverlässig eine Buchhandlung am Markt) nicht nur in den Beststellern sondern auch in regionaler Literatur zu stöbern, im Café zu sitzen, und den Menschen beim Schlendern zuzusehen.

Aber dieser Sonntag Nachmittag in Heinostadt der Eifel war wie ein kleiner Ausflug in eine Parallelwelt. Immerhin mit netten Reisebegleitern. 🙂

 

Totentanz von Kermaria und Temple von Lanleff

Die unscheinbare granitene Außenfassade mit kleinem TurmAn der Nordküste der Bretagne, in der Bucht von Saint-Brieuc, liegt das kleine Städtchen Plouha. Das Städtchen selbst ist nicht wirklich außergewöhnlich, aber die beiden Bretagne-Tipps, die es heute für euch gibt, sind noch kleiner. Damit ihr eine Orientierung habt, wohin ich euch heute mitnehme, ist Plouha also ein guter Ausgangspunkt. Falls ihr Superlative mögt, könnt ihr dort die höchsten Klippen der Bretagne bewundern (104 Meter).

Kermaria an Iskuit

Vor allem aber solltet ihr den Wegweisern nach Kermaria folgen. Denn hinter den schlichten Mauern der Granitkirche „Kermaria an Iskuit“ (in etwa: Maria, die aus der Not rettet) verbergen sich echte Schätze.

Zum einen gibt es da einen wirklich faszinierenden Totentanz vom Ende des 15. Jahrhunderts. Dieser „dance macabre“ zeigt den Tod, der Menschen aller Stände in einem langen Tanz mit sich nimmt. Man sieht einen König, einen Bischof und einen Abt, einen Feldherrn und einen Ritter mit Knappen, einen Arzt, aber auch Frauen, Musiker, Bettler, Verliebte,… die uns zeigen sollen: Im Tod sind wir alle gleich.

Totentanz

Das Fresko besteht aus mehr als 40 Bildern und jedes einzelne ist beeindruckend. Man kann eine halbe Ewigkeit staunend mit dem Kopf im Nacken verbringen.

Ausschnitt des Freskos aus dem Totentanz von KermariaAber auch der Rest der Ausstattung kann sich sehen lassen. Es gibt eine ganze Reihe einfache, typische bretonische Holzstatuen aus der Romanik. Und dann ist da noch eine schöne stillende Madonna. Außerdem gibt es einige schöne Aposteldarstellungen am Eingang.

Marienstatue mit Jesuskind auf dem linken Arm, mit der rechten Hand holt die Gottesmutter ihre Brust aus dem MiederHolzstatue eines Mönchs 4 bemalte lebensgroße Steinstatuen

 

Wenn ihr schon da seid: Ein paar Kilometer weiter gibt es den Temple von Lanleff, die Ruine einer großen Rundkirche, die kurz nach der ersten Jahrtausendwende gebaut wurde.

Die Ruine der Rundkirche von außenBild von innen mit Säulenbögen und Blick in den Himmel

Maritime Hochzeitsdeko

Eine sehr gute Freundin hat geheiratet und ich durfte ihr die Deko machen. Die beiden hatten sich ein maritimes Motto gwünscht und so habe ich die vergangenen telefon- und internetlosen Wochen (drei Wochen Mittelalter – einem Gewitter und Unfähigkeit, Ahnungslosigkeit, Daueraufdemschlauchstehen beim Service Provider sei Dank) genutzt, um maritime Deko zu basteln.Eine als Leuchtturm bemalte Flasche steht auf blauem Organza, daneben steht ein Schiffchen, das die Menükarte hinter sich herzieht. Da gab es ein Meer aus blauem Organza und weißes Schiffstau mit Seemannsknoten. Die sind am Ende dann doch komplizierter, als ich vermutet hatte. Aber vielleicht habe ich auch einfach nur zu viele Daumen 🙂

Natürlich braucht ein Brautpaar auf hoher See auch einen Leuchtturm, der ihnen den Weg weist. Dazu habe ich große Flaschen bemalt, mit rotem Band beklebt und ihnen am Ende sogar ein kleines Leuchtfeuer verpasst.

Ein Holztisch mit den Gedecken und der gesamten maritimen Dekoration.Blick auf einen Tisch mit maritimer DekoDie Menükarten (das Essen im Höpershof war übrigens vorzüglich) wurden von kleinen Bötchen mit dem Fähnchen-auf-Schiffsplanken-Motiv des Brautpaars zu den Gästen gezogen. Und wenn denen der Gesprächsstoff ausging, kamen passende (nicht nur maritime) Diskussionsthemen für die Tischrunde per Flaschenpost angeschwommen.

Eine als Muschel gefaltete weiße Serviette, auf der ein Keks in Gestalt eines Rettungsrings liegtFalls jemand über Bord gegangen wäre, hätten diese Rettungsringe vermutlich nicht viel ausrichten können, für den kleinen Süßkram-Yeaper kamen die Mandelkekse aber sicher gerade recht.

Kleiner Tisch mit maritimen Accessoires, daneben ein dunkler Holzbanken mit Rettungsring und FischernetzJede gute Kreuzfahrt braucht schicke Passagiere. Hier gab es die passenden Utensilien für maritime Gäste-Fotos.

Blick in den Saal mit dekorierten TischenUnd zum Schluss ein Blick in den Saal. Noch sieht er harmlos aus. Aber die anschließende Party war großartig!! Danke an die beiden Hochsee-Fans, die uns an ihrem Glück teilhaben ließen. Ahoi!

München, spontan

Eine Wimpelkette in München mit schwarz-rot-goldenen und blau-weißen WimpelnDer Lieblingsreisebegleiter und ich hatten plötzlich und eher unerwartet einige Tage frei und sind kurzerhand nach München entfleucht. Aus Gründen. Vor allem aus einem Grund, um genau zu sein und so gab es ein sehr, sehr schönes Treffen in Pasing – und wunderbar viel Zeit zum Schlendern und Entdecken.

Flöte spielender Barockputto an einer Hotelwand in München-PasingWir mögen ja München. Sehr.

Davon konnte uns auch die Deko im aktuellen Hotel nicht abbringen. Die barockisierenden Musiker tröteten da allüberall (außer auf den Frühstückstischdecken, da tirilierten bunte Papageien auf neongrünem Grund. Nein, keine Fotos 🙂 )

Besonders gemocht habe ich dieses Mal die Hitze. Einfach nur heiß. Kein Treibhausfeeling, nirgends. Dafür leckeres Bier (klar) und der beste Kaiserschmarrn aller Zeiten.

Da wir die typischen Sehenswürdigkeiten bereits zur Genüge kennen, haben wir uns einfach ein bisschen durch die Altstadt treiben lassen und – völlig zufällig – das Glockenspiel am Rathaus in Aktion gesehen. Vom Hören schreibe ich lieber nichts, da müsste man irgendwann mal einen Glockenstimmer vorbeischicken 😉

Dem Impuls, echt bayerische Souvenirs wie eine Schwarzwaldmädelfigur oder Kuckucksuhren zu kaufen, haben wir heldenhaft widerstanden.

Schaufenster eines SouvenirladensDem Impuls, Kunst zu kucken, nicht. Und so waren wir – mal wieder – in der Alten Pinakothek. Davon kann vor allem der Lieblingsmensch nicht genug bekommen. Und ich verstehe immer besser, warum.

Da dort gerade umgebaut wird, gibt es zurzeit eine Ausstellung mit Neuen Nachbarschaften, bei der man 40 Barockwerke zusammen sieht, die ansonsten in der nach Schulen und chronologisch geordneten Sammlung nicht zueinander finden würden. Da hängt dann zum Beispiel Rembrandts Heilige Familie in einem Raum mit der fröhlich auf ihrem Stuhl kippelnden Helène Fourment von Rubens. Hui.

Meine persönliche Lieblingsentdeckung ist aber die Flucht nach Ägypten von Adam Elsheimer. Natürlich ist der Sternenhimmel in der Vollmondnacht wirklich ergreifend. Ins Herz geschlossen habe ich es aber, weil Josef das quengelnde Jesuskind mit einem Grashalm kitzelt, um es aufzuheitern. #Hach.

Um dem Regen am nächsten Tag zu entgehen, haben wir dann noch ein paar Bilder, die sonst in der Alten hängen in der Neuen Pinakothek besucht. Fließender Wechsel heißt das Konzept, das, wie schon die Nachbarschaften, dem Umbau zu verdanken ist. Da hängt dann die Marquise de Pompadour neben Doña Maria Teresa da Vallabriga und der jungen Comtesse de Sorcy und selbst mir, die ich bei Kunst normalerweise auf wenig Wissen und mehr Gefühl zurückgreifen muss, wird auf den ersten Blick klar, was für ein Quantensprung da in der Portraimalerei passiert ist und was die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit (von denen weiß ich dann doch etwas mehr) damit zu tun haben könnten.

Mein neuer Liebling hier ist Ostende von Turner. Und auch, wenn man denkt, man kennt ein Werk schon aus dem einen oder anderen oder dröflfzigsten Buch (Goethe, Der Arme Poet, Caspar David Friedrichs Sumpfiger Strand), ist es doch was anderes, die Bilder im Original zu bewundern. Ich kann dann eine gefühlte halbe Ewigkeit davor stehen oder sitzen und einfach nur schauen. Klappt in München natürlich auch bei Dürers Selbstbildnis im Pelzrock oder seinem Paumgartner Altar und überraschender Weise jedes Mal wieder bei Raphaels Madonna Tempi.

tl;dr:
München. Super. Gerne wieder, am liebsten bald.

 

Fußball-Fan-Kekse: #GERARG kann kommen

Finale, oho, Finale, ohohoho!!
AViele Kekse auf einem weißen Tellerus 200 g Butter, 175 g Zucker (schaumig schlagen), 2 Eiern (langsam unterrühren), 300 g Mehl, 1 TL Backpulver, 100 g weißer Schokolade (zum Schluss untermischen) und ein paar Smarties entstanden diese deutsch-argentinischen Fußball-Fan-Kekse. Besonders geeignet als Vorbereitungs-Snack für das große Finale morgen Abend. #GERARG

Vermutlich werden die ersten Kekslein aber bereits heute beim Spieleabend vom Lieblingsmenschen und weiteren Lieblingstestessern verspeist. Zum Glück ergab das Rezept ca. 40 Stück 🙂Kekse, die mit schwaren, roten und gelben Smarties oder mit blaune Smarties und weißem Zuckerguss dekoriert sind

 

Der Menhir von Saint-Uzec

Gesamtansicht des MenhirsDa ich immer noch hier bin und nicht im Urlaub, bekommt ihr heute wieder einen schönen Ort der Bretagne gezeigt: Den Menhir von Saint-Uzec.

An Menhiren und anderen Zeugnissen der Megalithkultur kommt in der Bretagne keiner vorbei. Ein besonders bekannter ist der große Menhir in der Nähe von Trébeurden (Côtes d’Armores). Gerade im Sommer muss man die Augen wirklich offen halten, um die Wegweiser nicht zu verpassen, denn viele sind von wucherndem Grün und bunten Blümchen gut verdeckt.

Wenn man dann aber hinter dem Dörfchen Pleumeur-Boudou richtig abgebogen ist, kann man den Stein eigentlich kaum verfehlen, denn er ist so groß, dass man ihn schon von weitem bewundern kann.

Der Menhir ist so groß, dass man ihn über Büschen und Bäumen herausragen siehtDer etwa acht Meter hohe und gut drei Meter breite Stein ist vermutlich etwa 4.500 Jahre alt. Das Kreuz, die Darstellung von Sonne, Mond und Sternen sowie die Anbetungsszenen und die Leidenswerkzeuge Christi hat ihm ein bretonischer Jesuit in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts verpasst. Julien Maunier war Orthograf und ein umtriebiger Werbefachmann für die Sache der Kirche.

Detailaufnahme der christianisierten Spitze des Menhirs von Saint-UzecNatürlich sind auch mit diesem Menhir eine ganze Menge Sagen und Legenden verbunden, christliche und keltische. Einige davon findet ihr hier. Dabei sind auch einige kreative Erklärungen für die tief eingekerbte Rückseite des Steinkolosses.

Rückseite des Menhirs mit sehr tiefen Furchen und einem faustgroßen Loch

 

Fußballkuchen Deutschland – Brasilien

Passend zum Spiel heute gibt es Fußballkuchen. Die Brasilianer treten in Gelb an, die Deutschen in klassischem Weiß. Sieht so aus, als hätte Neuer nicht so wirklich viel zu tun…

Mein Fußballkuchen, eine rechteckige Torte, mit grünem Marzipanumhüllt, mit Zuckergusstreifen für die Linien und Gummibärchen als Fußballern.Das Rezept ist das gleiche wie neulich bei der Erdbeertorte. Statt Erdbeeren gibt es Honigmelonenstückchen, statt Schokoguss eine grün gefärbte Marzipandecke.

Eine Katze als Schiedsrichter

Ob das, was das Müller-Bärchen da macht, wirklich ein Tor ist, dafür brauchen wir vermutlich die Torlinientechnik. Schiedsrichter Katze ist jedenfalls nicht gut platziert.

Kucken wir mal von oben mit der Torlinienkamera nach. Tor. Eindeutig. War doch klar. #Schland

Der Fußballkuchen von oben, so dass man die gelben und weßen Bärchen besser siehtPS: War ja klar, dass die Rudelgucker hier nicht mal bis zum Anstoß gewartet haben… So sieht das Fußball-Törtchen also von innen aus.

Die angeschnittene Torte, man sieht die Melonen-Joghurt-Schicht zwischen den Schokoböden

Flammkuchen mal anders

Die in Scheiben geschnittenen Schnecken sind in einer runden Auflaufform gebacken worden - fast sieht es aus, wie ein echter FlammkuchenIrgendwie dachte ich, wir hätten noch Flammkuchenböden (die leckeren, von Fernand) im Tiefkühlfach. Und hatte dem Lieblinsgmenschen einen leckeren Imbiss versprochen, sobald er zu Hause wäre. Aber leider war im Tiefkühler alles mögliche, nur keine Flammkuchenböden. Zutaten für den Belag gab es jedoch reichlich. Also habe ich improvisiert und Flammkuchen mal anders gebacken.

Die Grundlage ist ein Quark-Öl-Teig (200 g Magerquark, 1 Ei, Abrieb einer Zitrone, 7 EL Olivenöl verrühren, nach und nach 400 g Mehl und 1 Päckchen Backpulver unterkneten, ausrollen).

Anderer Boden, gleiche Flammkuchen-Füllung

Ein Stück des Flammkuchen-Schnecken-KuchensDarauf eine mit Salz, Pfeffer und Rosenpaprika abgeschmeckte Mischung aus Quark und Schmand, Speckwürfel und Zwiebeln. Das Ganze aufrollen, in Scheiben schneiden und in eine Auflaufform geben, mit geriebenem Käse bestreuen und ab in den Ofen (ca. 30 Minuten bei 200°C).

Nicht sehr elsässich, aber dafür hmmmmmmmmm. Leider hatte ich nicht daran gedacht, Salat mitzubringen, das wird aber morgen definitiv nachgeholt. Das Zeug eignet sich sicher hervorragend als Grundlagenessen fürs Halbfinale. 🙂

Familiengeschichten: Maria flieg in die Luft

Am Sonntag (also am 29. Juni) war Peter und Paul. In diesem Jahr praktischerweise quasi automatisch arbeitsfrei. Eine Tatsache, die mir noch immer ein kleines Lächeln ins Herz zaubert. Grund dafür ist eine alte Geschichte. Denn in meiner Familie gibt es ein geflügeltes Wort. „Nicht arbeiten Peter und sein Kamerad, nicht arbeiten Maria flieg in die Luft.“

Gesagt hat den Satz ein junger russischer Soldat, der auf dem Hof meiner Großeltern in der Eifel als Kriegsgefangener arbeiten musste. An Peter und Paul wurde auf dem Hof nicht gearbeitet. Also, das was „nicht arbeiten“ auf einem Hof eben heißt. Natürlich muss das Vieh trotzdem gefüttert und die Kühe gemolken werden. Arbeit ist das immer noch genug. Dabei erinnere ich mich daran, dass mein Vater erzählt hat, der der Russe, dessen Namen ich nicht kenne, besonders gut mit den Tieren umgehen konnte. So wie mein Vater und seine Geschwister von ihm erzählen, gehörte er zur Hofgemeinschaft dazu. Er hatte schnell recht gut deutsch gelernt. Und scherzte wohl auch gerne mit den Kindern.

Am 15. August feiert nicht nur die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt, auch in der orthodoxen Tradition ist der Tag ein Fest. In der Eifel wurde an diesem Tag jedoch ganz normal gearbeitet. Der junge Russe nahm aber an, wenn schon an Peter und Paul nicht gearbeitet werde, könne er auch am 15. August ausschlafen.

Ich habe nicht viele Erinnerungen an meinen Großvater, der starb, als ich sechs Jahre alt war. Ich erinnere mich aber noch an sein verschmitztes Lächeln, wenn wir nach dem Mittagessen auf seinem Schoß saßen und hofften, er würde uns ein Märchen erzählen. In meiner Vorstellung hat er genau so gelächelt, als die gleichermaßen pragmatische wie poetische Entschuldigung des jungen Russen erklang. In meinem Herzen lebt dieses Lächeln weiter, ganz besonders an „Peter und sein Kamerad“ und „Maria flieg in die Luft“.

Geschichten in Stein

Zurzeit fahren um uns herum viele in Urlaub. Wir sind erst später im Jahr dran. Um die Wartezeit zu verkürzen, erzähle ich euch einfach immer mal wieder ein paar Geschichten von meinem Lieblinsende der Welt.

Grinsendes Gesicht aus Stein in Rothéneuf . eine der Geschichten in SteinDie Bretagne hält viele besondere Orte für Besucher bereit. Einer dieser besonderen Orte ist der Garten des Abbé Fouré in Rothéneuf. Der kleine Badeort liegt nur ein paar Kilometer von der Korsarenstadt Saint-Malo entfernt. Ende des 19. Jahrhunderts und bis 1907 hat der einsam lebende Landpfarrer hier hunderte Motive in die Felsen gehauen.

Ungeheuer und Lokalkolorit

Da gibt es wunderbar kunstvolle Meeresungeheuer, ausdrucksstarke Gesichter, von der lokalen Tracht inspirierte Menschendarstellungen und Monster, deren Zähne aus hellerem Stein gestaltet sind. Neben den dutzenden reliefartigen Motiven gibt es auch mehrere überlebensgroße Köpfe und eine Art Cartoon zeigt, wie ein ruppiger Ehemann mit seiner untreuen Frau umgeht.

Mitten in diesem einzigartigen Figurengarten hat der Künstler sich eine Bank in den Felsen gehauen, auf der man auch zu zweit sitzen, die steinernen Fratzen und Szenen bewundern oder den Blick auf die Küste genießen kann. Wenn ihr in der Nähe seid: Unbedingt vorbeischauen.