Archiv des Autors: Frau ArGueveur

Fluffiges Osterlamm

Traditionell gibt es hier an Ostern ein süßes, fluffiges Lämmchen. Damit ich das Rezept nicht jedes Jahr aus irgendwelchen Untiefen hervorkramen muss (und weil ihr es vielleicht nachmachen wollt), schreibe ich es hier auf.

Gebackenes Osterlamm

Man nehme:

200 g Zucker
1 Pck Vanillezucker
125 g Butter
3 Eier
250 g Mehl
1/2 Päckchen Backpulver
1/2 Tasse Milch

Osterlamm mit Puderzucker vor bunten Tulpen

Osterlamm

Zucker und Butter gut verrühren. Eier trennen und die Eigelbe unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Die Milch zugeben und alles zu einer glatten Masse verrühren.
Übrigens: Im Originalrezept stehen 250 g Zucker – uns ist das zu heftig, aber wenn ihr es gerne extra-süß mögt – nur zu.

Mehl und Backpulver mischen und mit der Masse verrühren. Das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen und nach und nach unter den Teig heben.

In die gebutterte und gemehlte Lämmchenform geben und bei 170°C für ca 30 Minuten backen.

Wenn ihr die doppelte Menge nehmt, gibt es auch noch einen Teddy. 🙂

Gebackener Teddybär

Links gegen das Schweigen XV

In den vergangenen zwei Wochen habe ich wieder mehrere Flüchtlingshilfe-Einrichtungen besucht. Und habe dort vor allem eines getroffen: Menschen.

Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen alles hinter sich gelassen haben. Menschen, die nicht mehr retten konnten, als ihr Leben. Menschen, die Dinge erlebt haben, die sich kaum in Worte fassen lassen. Menschen, die trauern um Freunde, Verwandte, ihr einfaches, aber gutes Leben mit einem Heim, Familie und Freunden. Menschen, die Heimweh haben und versuchen, in der neu gefundenen Sicherheit Fuß zu fassen, neue Hoffnung zu gewinnen und ein neues Leben aufzubauen.

Ich habe Menschen getroffen, die die Ärmel hochkrempeln. Die längst nicht mit allen politischen Entscheidungen einverstanden und erst recht nicht immer einer Meinung sind, die aber sehen, dass ihre Hilfe gebraucht wird. Und die dann genau das tun: Helfen."Refugees welcome" auf einer Betonmauer aufgesprüht

Umso unverständlicher ist für mich das, was ich unterwegs auch gehört habe und was in den vergangenen Tagen wieder stärker in die Schlagzeilen gerückt ist: Hass gegen Menschen. Wie kann man Menschen anspucken, ihnen tote Tiere vor die Wohnungstür legen? Wie kann man Hassparolen in Kindergesichter schreien? Wie kann man Brandanschläge planen und durchführen gegen die Wohnungen von Menschen?

Und wie können wir dafür sorgen, dass eben solche Dinge nicht mehr geschehen? Wie können wir, wie kann ich dazu beitragen, dass Menschen wieder als Mitmenschen gesehen werden, egal, woher sie kommen? Wie können wir Menschen klar machen, dass wir ihre Sorgen und Ängste ernst nehmen – wenn sie diese sachlich äußern? Und dass Gewalt nicht akzeptabel ist. Keine Gewalt. Von niemanden. An niemandem.

Der sächsische Innenminister Tillich schießt jedenfalls weit über das Ziel hinaus, wenn er dem wütenden Mob in Clausnitz das Menschsein abspricht und sagt: „Das sind keine Menschen, die sowas tun. Das sind Verbrecher.“ Sie sind eben Menschen und wir müssen und mit ihnen auseinandersetzen. Sich gegenseitig zu dämonisieren hilft nicht. Im Gegenteil.

Einige wichtige Fragen zum Thema stellt sich auch das Nuf.

Karlo Tobler hat sich in #Clausnitz ein eigenes Bild gemacht.

Andere finden kreative Möglichkeiten, auf falsche Infos und Hass hinzuweisen.

Und Hass hilft macht die wütenden rassistischen Proteste unfreiwilliger Weise zu Spenden.

Murat Suner denkt klug und ausführlich nach über die Entmenschlichung und die antidemokratische Haltung, die hinter Protesten wie denen in Clausnitz steht.

Derweil kann der Innenminister – ganz im Gegensatz zu mir – verstehen, warum die Polizei die Flüchtlinge teilweise mit Gewalt in ihre Unterkunft brachte. Sich als Chef vor seine Mitarbeiter zu stellen, kann eine gute Sache sein. Hier verstehe ich die Haltung einfach nicht.

Tilmann Baumgärtel zeigt in der taz auf, wie normale Bürger zum Online-Lynchmob werden (und greift dabei spannender Weise auf Erkenntnisse von Gustave Le Bon aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zurück).

Martin Gommel war in Griechenland und berichtet unter anderem über die „Hotspots“ und warum er sie für besorgniserregend hält.

Lucie Marshall lädt für Mittwoch zu einem Abend mit Annette Frier und Ivan Vrgoč ein. Was das mit unserem Thema hier zu tun hat? Erfahrt ihr dort.

Dass Rassismus und Hass sich auch hinter ganz anderen Fassaden als der des „besorgten Bürgers“ (ich halte den Hohn in dieser Formulierung an manchen Tagen kaum aus) verbergen kann, zeigt Volker König am Beispiel des Tierschutzes.

Schon aus dem Januar, aber immer noch aktuell: Ein Plädoyer für Solidarität und Miteinander.

Einblicke in die aktuelle Diskussion um Flüchtlingshilfe in Europa und weltweit – vor allem im Vorfeld des World Humanitarian Summit in Istanbul – gab das Expertengespräch im Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe am vergangenen Mittwoch. Ich durfte dort meinen Arbeitgeber vertreten. Aber selbstverständlich lohnt es sich auch aus anderen Gründen, einiges nachzuhören und zu -lesen.

Navid Kermani und Alfred Grosser reden hingegen der Hoffnung das Wort. Das Buch steht auf meiner Leseliste jetzt weit oben.

Auch zum Hoffen: Kostenlose Online-Kurse für ehrenamtliche Deutschlehrerinnen und -lehrer.

Der höchste Leuchtturm Europas

Der Granitleuchtturm der Ile vierge und sein kleinerer Vorgänger im NebelGerade haben wir unseren Urlaub für den Herbst gebucht. Bretagne, wir kommen wieder. Juhu 🙂

Und – fast hättet ihr darauf wetten können – wir fahren wieder ins Nordfinistère. Warum es da so schön ist? Zum Beispiel wegen der Leuchttürme.

In Lilia, einem Ortsteil von Plougernau steht nicht nur einer der schönsten Leuchttürme, die ich kenne, sondern auch der höchste in Europa. Der Phare de l’Île vierge ist ganz aus Granit und 82,50 Meter hoch. Auf dem kleinen Inselchen, das ihm seinen Namen gab, steht auch noch sein deutlich kleinerer Vorgänger.

Man sieht den Turm von weitem, wenn es klar ist, kann man ihn sogar aus „unserer“ Bucht in Kerlouan erkennen. Auch wenn man um den Aber W’rach herumwandert, eröffnen sich immer wieder schöne Perspektiven auf den Leuchtturm. Dann wird mir immer besonders klar, welche Bedeutung die Türme hatten und haben für all die, die auf dem Meer keine andere Orientierung haben als solche Markierungszeichen.

Besonders beeindruckend ist der Phare de l’île vierge aber nicht bei purem Sonnenschein, sondern bei Nebel. Als wir zum ersten Mal dort waren, zogen dichte, dunkelgraue Nebelschwaden über das Wasser und hüllten den Turm zuerst komplett ein. Wir wanderten an der Küste entlang, vorbei an mehreren kleinen, sehr schön gelegenen Naturhäfen, an einer im Herbst nicht mehr so sehr belebten Strandpromenade, den Hügel hinauf und standen schließlich direkt gegenüber des Leuchtturms am Ufer in der Sonne und sahen – rein gar nichts.

Einige Minuten später hatte der Wind die Nebelschwaden etwas aufgelockert und die majestatätische Figur des Granitturms erhob sich vor uns. Das Spiel von Wind und Wolken, von ganzer oder teilweiser (Un-)Sichtbarkeit ist eines der schönsten Naturschauspiele, die ich in der Bretagne erlebt habe.

Der Leuchtturm in Lilia mit dem kleinen Naturhafen davorDer Phare bde l'île verge und einige Boote, die davor auf den Wellen schaukelnDer Phare de l'île vierge vom Aber w'rach aus gesehenBlick auf den Leuchtturm von Kerlouan aus, ein roter Pfeil markiert den Turm

Zitronen-Joghurt-Kuchen mit Überraschung aka Konfettikuchen

Am Samstag vor Karneval ist hier bei uns im schönen Vorgebirge traditionell Karnevalsauftakt mit dem Kinderkarnevalszug. Und nach dem Zoch gibt es eine karnevalistische Kaffeetafel. In diesem Jahr habe ich – Tusch bitte, Herr Kapellmeister – einen Konfettikuchen gebacken.

Der Zitronen-Joghurt-Kuchen mit Smarties von obenWie das geht? Ganz einfach.

Grundlage ist ein Zitronen-Joghurt-Kuchen. Dafür braucht ihr:

250 g Butter
300 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier
1 unbehandelte Zitrone
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
500 g Joghurt
1 große Dose Smarties

Zucker und zimmerwarme Butter cremig rühren (Geduld haben, das dauert ein wenig, lohnt sich aber). Die Eier nach und nach unterrühren und die Creme gut aufschlagen. Die Schale der Zitrone abreiben und die Zitrone auspressen. Zitronenabrieb und Zitronensaft unterrühren. Das Mehl mit dem Backpulver mischen und nach und nach unterrühren. Zum Schluss den Joghurt hinzugeben und ebenfalls verrühren.

Den Teig in eine 26-er Springform geben und bei 180°C für ca. 50-60 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Gesamtansicht des KonfettikuchensWährend der Joghurt-Zitronen-Kuchen im Ofen ist, könnt ihr die Füllung vorbereiten. Für die Joghurt-Schmand-Crème braucht ihr:

200 g Schmand
200 g Naturjoghurt
125 Gelierzucker 1:1
Saft einer Limette (Zitrone geht natürlich auch, ich hatte aber noch eine Limette da, daher gibt es Limetten-Crème)

Alle Zutaten gut miteinander verrühren und die Crème kalt stellen.

Detailaufnahme des halbierten Kuchens mit den Smarties in der Mitte

Den Kuchen auskühlen lassen und dann in drei Lagen schneiden (ich nehme dafür einen Schneidedraht, ihr könnt aber natürlich auch ein Messer verwenden). Damit aus dem Zitronen-Joghurt-Ungetüm ein Konfettikuchen wird, schneidet ihr aus der mittleren Lage (zum Beispiel mit einem Glas) eine kreisförmige Öffnung aus.

Kuchen mit Smarties in der mittleren Lage

Gebt etwa ein Drittel der Crème in einem Kreis auf die untere Lage Kuchen und setzt die mittlere Lage (die mit dem Loch) auf die untere Lage. Füllt das Loch mit Smarties und gebt ein weiteres Drittel der Joghurt-Schmand-Crème auf den Kuchenrand.

Konfettikuchen mit Smarties und Crème auf der mittleren Lage

Nun setzt ihr die obere Kuchenlage auf und verziert sie mit der restlichen Crème und weiteren Smarties. Beim Anschneiden gibt es dann für eure Gäste einen kleinen Konfettiregen Aha-Effekt.

Konfettikuchen im Anschnitt

Guten Appetit!

 

Links gegen das Schweigen XIV

Bei den vielen Reden von Zäunen und Abschreckung und „Sicherung der Außengrenzen“ (welche Konsequenzen sich hinter dem Begriff verbergen, könnt ihr zum Beispiel hier nachlesen), gerät leicht das größere Ganze aus dem Blick. Da lohnt es, sich auf dieses etwas längere Gedankenexperiment aus der NZZ einzulassen: Was, wenn alle Grenzen offen wären?

Außerdem in der NZZ: Eine kulturgeschichtliche Betrachtung über die Bedeutung von Mauern und Gedanken über die Frage, ob der Blick in die Geschichte uns für heute etwas sagen kann.

Wo wir gerade bei Mauern sind: Wer oder was etwas zu diesem Thema sagt und auf wen er sich dabei berufen kann, ist im politischen Diskurs aktuell nicht immer ganz klar. Sagt zumindest die CDU in Schwäbisch Hall.

Schon ein paar Wochen alt, aber immer noch lesenswert: Das ebook Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge. Und das Beste: Der Erlös geht an die Initiative #bloggerfuerfluechtlinge. Manchmal kann helfen schön und einfach zugleich sein.

Apropos lesen: Auf meiner Wunschliste ist dieses Buch gelandet. Nicht nur in Berlin am #Lageso herrschen katastrophale Zustände, auch in Calais kann einem anders werden.

Was hilft? Manchmal ist es gut, eine andere Brille aufzusetzen. Oder liebgewonnene Illusionen aufzugeben. Und natürlich streiten. Mit Worten. Deutlich in der Sache, aber so sachlich wie möglich im Ton.

Wenn’s um den rechten Ton geht, tun sich gerade einige besonders gern als abschreckendes Beispiel hervor. Gerne Menschen in und aus der CSU. Fast schon vergessen scheinen die mahnenden Worte aus unerwarteter Ecke. Dass „meine“ Ordensoberin zu denen gehört, die einen sensiblen Umgang mit Sprache in aufgewühlten Zeiten immer wieder fundiert einfordern, macht mich ein wenig stolz. Und ermutigt mich, immer neu hinzuschauen und nach dem richtigen Reden und Tun zu suchen.

Über die richtigen Worte denkt auch Anatol Stefanowitsch im Sprachlog nach. Über das Wort Flüchtlinge als Wort des Jahres 2015 zum Beispiel. Über die Tatsache, dass es keine weibliche Form von Flüchtling gibt. Eine Frage, mit der sich auch Luise Pusch beschäftigt. Doch ist Flüchtling überhaupt das passende Wort? Oder ist Geflüchtete besser? Da lohnt sich doch die Laudatio auf den Anglizismus des Jahres: Refugees welcome.

Lucie Marshall berichtet darüber, wie es ist, einen anderen Blick zu entwickeln.

Frau Nessy erzählt eine kleine IntegrationsBegegnungsgeschichte.

Dieser Text von Klaus Mertes SJ ist schon alt (aus dem letzten November), aber noch immer aktuell.

Auch diese Geschichte von Dr. Hamo, erzählt von Brandon von von Humans of New York ist bereits etwas älter, aber noch immer lesenswert:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7

Und es gibt sogar eine mehrteilige Fortsetzung. Und wenn ihr schon dort seid, lest auch Aya’s Geschichte und die Geschichte von Menschen, die einfach helfen.

Das Migazin berichtet über eine App für Deutschland-Anfänger.

In Bonn erklärt ein Flyer den Neubürgern die seltsamen Sitten und Bräuche von Karneval.

Felix Schwenzel nimmt die seltsamen Gedanken von Josef Joffe über angebliche Sprechverbote und „verordnetes Gutdenk“ gekonnt auseinander.

Und Bundesrichter Thomas Fischer beschäftigt sich mit Bürgerwehren.

Winterfarben

Heute war es ja etwas grauer, aber in den vergangenen Tagen habe ich auf dem Weg ins Büro durchaus öfter getrödelt. Nicht etwa, weil ich mich vor der Arbeit drücken wollte, sondern weil: Winterfarben. <3 <3 <3

winterfarben-sonnenaufgangAm Bahnsteig eingehüllt in ein dunkles Blau, das am Horizont schon etwas heller und orange-rosa-gelb wird. Nach dem Aussteigen eine Mischung aus Orange und Rosa und Grau und Hellblau.

Dazwischen Kondensstreifen in Pastelltönen und erste Verheißungen von Sonnenstrahlen. Die Fotos geben das nur maximal ein halbes Prozent so toll wieder, wie es aussieht, aber: Hach.

winterfarben-haeuserzeilewinterfarben-himmelwinterfarben-koeln

Links gegen das Schweigen XIII

Ich habe überlegt, ob ich diese Rubrik umbenennen soll. Seit #koelnhbf schweigt niemand mehr. Ganz im Gegenteil. Jede und jeder scheint etwas zu sagen zu haben. Und viele von ihnen sind dabei vor allem eines: laut.

Vernünftige, differenzierte Stimmen haben es immer schwerer, durchzudringen, wahrgenommen zu werden. Und manche verstummen ganz im Angesicht des Geschreis, des Hasses, des Wahnsinns. Darum auch heute wieder: Links gegen das Schweigen.

Und weil in all dem Geschrei die Geschichten derjenigen zu kurz kommen, die schreckliches erlitten, ihre Heimat, Familie, Freunde, ihr Leben verloren haben, stehen ihre Geschichten diesmal am Anfang. Zum Beispiel die Bilder, die syrische Kinder fern ihrer Heimat gemalt haben.

Martin Gommel berichtet von Menschen auf der Flucht und ihren Helferinnen und Helfern. Ich habe ihn schon mehrfach verlinkt. Falls ihr seine Fotos und Berichte noch nicht kennt, fangt zum Beispiel mit diesem Portrait eines Mannes aus Afghanistan an. Oder mit der Geschichte von Yasser.

Martin war auch in Berlin vor dem #Lageso. Es gibt mehrere Bericht von dort, sie sind alle bestürzend. Das alles geschieht hier, mitten in Deutschland. Und egal, welcher Meinung man politisch sein mag: Dass man Menschen in Not nicht hilft, kann in meinen Augen keine Alternative sein.

Dass jemand sich Sorgen macht und nicht alles eitel Sonnenschein ist, weder für die Refugees noch für andere Menschen in Not, in Deutschland und anderswo – geschenkt. Dass wir alle (ja, wir alle) etwas tun müssen, damit die Verhältnisse sich verbessern, nicht nur für die Neubürger, sondern für alle, die benachteiligt sind – sagt sich einfach, ist aber eine Mammutaufgabe, die es jetzt anzugehen gilt, je schneller, je lieber. Dass wir dabei streiten müssen (mit Worten!) – selbstverständlich. Aber mit gezinkten Karten zu spielen und mit Lügen Stimmungen zu schüren ist einfach unwürdig. Der Beispiele gibt es viele. Viel zu viele.

Da tun gemäßigte Worte gut. Von Bundesrichter Thomas Fischer zum Beispiel (dessen Kolumne in der Zeit ihr vermutlich sowieso alle kennt, aber nur für den Fall der Fälle – und weil sie wirklich besonders gut ist – erscheint sie auch hier). Und deutliche Worte. Gerne auch suchende, fragende, um- und einkreisende Worte. Und natürlich klare Worte (ja, hier verlinke ich Sascha Lobo – mal wieder. Und ihr habt das vermutlich alle schon gelesen. Mal wieder. Trotzdem. Gerade darum.)

Worte helfen also manchmal, das richtige nicht nur zu denken, sondern auch zu tun. Bilder übrigens auch.

Himbeer-Joghurt-Schoko-Macarons-Torte

Meine Mama hatte Geburtstag und hatte sich eine besondere Torte gewünscht. Also habe ich tief in die Rezepte-Schatzkiste gegriffen und verschiedene Dinge die sie mag, kombiniert. Herausgekommen ist eine Himbeer-Joghurt-Schoko-Macarons-Torte.

Himbeer-Schoko-Macarons-Torte von oben

Der Boden ist mittlerweile eines meiner Lieblingsrezepte und besteht für eine 26er-Form aus:

4 Eier
150 g Zucker
150 ml Öl
200 ml Milch
250 g Mehl
1 Pck Backpulver
160 g Zartbitterschokolade

Eier und Zucker so lange zusammen aufschlagen, bis die Masse cremig und ganz hell geworden ist. Das dauert ein wenig, lohnt sich aber. Dann weiterrühren und dabei das Öl dazugeben. In der Zwischenzeit die Schokolade im Wasserbad schmelzen und das Mehl mit dem Backpulver mischen. Abwechselnd Mehl und Milch zur Ei-Masse geben und zum Schluss die geschmolzene Schokolade vorsichtig aber gründlich unterrühren. Bei 180°C etwa 45 Minuten backen (gerne einige Minuten vorher mit der Stäbchenprobe kontrollieren, ob er schon fertig ist – der Teig soll gut durchgebacken, aber nicht zu trocken werden).

Während der Kuchen im Ofen ist, taut ihr 500 g Himbeeren auf (oder wascht frische Beeren).

angeschnittene Torte

Und natürlich könnt ihr die Zeit nutzen, um die Crème für die Füllung herzustellen:

400 g Magerquark
400 g Naturjoghurt
4 Päckchen Vanillezucker
2 EL Zitronensaft
10 Blatt Gelatine

Quark, Joghurt und Zitronensaft gut miteinander verrühren. Den Vanillezucker dazugeben und alles locker aufschlagen. Die Gelatineblätter 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen, dabei darauf achten, dass sie gut bedeckt sind. Danach die Gelatine ausdrücken und in einem Topf auf kleiner Flamme unter rühren erhitzen, bis sie sich aufgelöst hat. Topf vom Feuer nehmen und 3-4 EL Quarkmasse dazugeben. Die Gelatine und den Quark gut miteinander verrühren, so dass eine glatte Masse entsteht. Diese warme Masse gebt ihr dann vollständig in den Rest der Quark-Joghurt-Masse und verrührt alles gründlich. Dann kalt stellen, bis der Boden ausgekühlt ist.

Torte im Anschnitt

Den ausgekühlten Boden in 3 Teile schneiden. Auf den unteren Teil die Hälfte der Creme geben, gleichmäßig verteilen und mit der Hälfte der Himbeeren belegen. Dann den mittleren Boden auflegen, das Ganze wiederholen, den obersten Boden auflegen und kalt stellen.

Drei rosa Macarons mit Pistazien-Schokoladen-GanacheJetzt Macarons backen nach dem großartigen und vor allem gelingsicheren Rezept von Aurélie Bastian. Passend zu den Himbeeren habe ich die Macarons rosa gefärbt und dann eine Pistazien-Schoko-Ganache hergestellt (200 g Pistazien-Schokolade klein brechen, 200 ml Sahne erhitzen, über die Schokolade gießen, kurz stehen lassen und dann mit einem Schneebesen locker aufschlagen, kalt stellen). Die Hälfte der Ganache nutzen, um die Macarons zu füllen, mit der anderen Hälfte die gut durchgekühlte Torte bestreichen. Mit Macarons und frischen Himbeeren dekorieren.

Stück der Schoko-Himbeer-Torte auf einem Teller mit einer Tasse Kaffee

Kam guuuuut an. Könnt ihr ruhig nachmachen. Schmeckt.

PS: Die restlichen Macarons lassen sich wunderbar verschenken. 🙂

Macarons-in-Geschenktütchen

 

Kürbis-Feta-Schnecken

Kürbis-Püree rettet die Herbstfarben in den Winter herüber. Zum Beispiel mit diesen Kürbis-Feta-Schnecken.Zwei aneinandergelehnte Kürbis-Feta-Blätterteig-Schnecken

Einfach Kürbispüree auf eine Lage Blätterteig streichen. Mit Pfeffer, ein wenig Zimt und Muskatnuss würzen. Feta klein zerkrümeln und gleichmäßig über dem Teig verteilen. Teig aufrollen und dünne Scheiben abschneiden. Bei 220°C für etwa 22 Minuten backen. Dazu passen Rucola- oder Feldsalat (leider nicht im Bild).

Guten Appetit!