Let’s talk about… eine ganz besondere persönliche Beziehung

Manchmal sind die großen Namen dann eben doch zu Recht große Namen. Und so waren meine Vorbehalte vor den großen Namen und meine Skepsis, ob man sich einem so großen Thema in einem solch großen Saal beim Katholikentag #kt18 mit so vielen unterschiedlichen Zuhörerinnen und Zuhörern in sinnvoller Weise nähern könne, ziemlich schnell weggeblasen. „Let’s talk about God“ hieß das Thema und es ist ein Thema, das mich seit einiger Zeit in verschiedenen Facetten umtreibt.

Wie kann man erzählen von diesem Gott? Wie kann man relevant von dem sprechen, was das Kreuz einem bedeutet? Wie kann man verständlich machen, dass Religion nicht Ursache, sondern Lösungsbeitrag sein kann? Und schon während ich dies schreibe merke ich, wie wenig hilfreich ich die Fragen formuliere. Nicht „man“ muss da stehen, sondern „ich“.

Wie kann ich von Gott erzählen und von dem, was er mit mir und meinem Leben macht? Wie kann ich formulieren, was das Kreuz mir bedeutet und warum mich die Debatte in Bayern schmerzt? Wie kann ich so leben und davon erzählen, dass mein Gläubig-Sein ein Teil der Problemlösung wird oder zumindest dazu beiträgt, die richtigen Fragen zu stellen, statt auf vorschnelle Antworten zu setzen?

Es muss um mich gehen, um meine Beziehung zu diesem Gott und der Frage, wie ich darüber reden kann. Die Forschungsergebnisse, die Haltung, die Meinung von Theologen, die allgemein über Gott sprechen, mag und soll da einfließen. Aber da ich keine Theologin bin, kann ich am besten persönlich von Gott sprechen.

Und genau das taten Prof. Dr. Margot Käßmann, Pater Klaus Mertes SJ und Jalda Rebling (da habt ihr die drei großen Namen) in Münster. Sie sprachen sehr persönlich von Gott. Erzählten, wie sie ihn – oder sie, denn Gott ist größer als unsere Kategorien von männlich und weiblich, da waren sie sich in unterschiedlich formulierten Facetten sehr einig – ansprechen. Berichteten von eigenen Erfahrungen im Dialog mit Menschen, die Gott suchen. Davon, wie sie herausfinden, was Gott ihnen zu sagen hat (denn bei allem Reden über Gott dürfen wir das Sprechen mit und das Hören auf Gott nicht vergessen). Davon, wie sie erkennen, was Gottes Wille für sie ist und wie sie Entscheidungen treffen auf dem Weg mit ihrem Gott.Bild von der Posiumsdiskussion

Auch Fragen danach, wie man mit Konflikten innerhalb der eigenen Religionsgemeinschaft umgehen kann, wie sie mit und zu Politikern über Gott sprechen (würden), welche kulturelle Dimension ihr Glaube hat, wie sie mit Hass und religiösem Fanatismus umgehen und wie sie mit anderen Religionsgemeinschaften gemeinsam beten können, beantworteten alle drei nur selten allein mit theologischen Argumenten, sondern mit gut gewählten Beispielen aus ihrem persönlichen Erleben.

Ich habe zu wenig Notizen gemacht, um hier Dinge detaillierter widerzugeben. Zudem war natürlich inhaltlich wenig weltumstürzend Neues dabei. Aber einige Beispiele und Geschichten haben mich zum Nachdenken und Nachspüren inspiriert. Vor allem aber dies: Wenn ich über Gott sprechen möchte (was ja nicht immer der Fall ist, aber manchmal werde ich gefragt und kann dann antworten), wenn ich mich also entscheide, über Gott zu sprechen, und dann womöglich noch mit Menschen außerhalb meiner Filterblase, dann muss es in erster Linie um meine Erfahrungen gehen – auch, wenn ich nicht verstanden werde, mir nicht geglaubt wird, mein Reden als spinnert abgetan wird.

Große Namen, große Gedanken – und eine kleine Träne im Auge, als am Ende Musik, die über Gott sprach, die Menschen auf der Bühne und im Saal wirklich erreichte und man sehen und hören konnte, wie das Sprechen über den und die Eine gelingen kann, auch ganz ohne Worte.

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