Bemerknisse auf Norderney

Den ersten Vorsatz fürs neue Jahr haben der Lieblingsmensch und ich bereits erfüllt: Wir haben ausgiebig aufs Meer geschaut und uns mit Wellenrauschen, Wind und Salzluft aufgefüllt. Gemeinsam mit Freunden waren wir auf Norderney – eine Premiere. Und dann noch in der Hochsaison (ja, genau, die Zeit zwischen den Jahren gilt dort als Hochsaison) – auch das eine Neuerung im hiesigen Ferienplan 🙂 Daher sind die Bemerknisse nicht nur von Meeresliebe geprägt, sondern durchaus auch von staunender Verwunderung über überfüllte Lokale und Menschenmassen (dass das Staunen Luxus ist, ist uns längst klar. Trotzdem).Boot vor dem Norderneyer Nordstrand bei leichtem Wellengang

Am Meer zu sein sorgt bei mir für Instant-Glück. Ich bin auch andernorts durchaus glücklich, aber am Meer könntet ihr mir quasi einen „Glücklich“-Anstecker anpinnen. Egal, wie das Wetter ist (wobei es diese Woche fast immer schön war), egal, wie der Strand oder die Felsen gestaltet sind, egal, wie stark salzgeschwängert die Luft ist: Meer und ich, das passt einfach. Sogar wenn man wegen Niedrigwasser und Wind (und vermutlich vor allem wegen Menschen in einer Reederei, die Fährfahrpläne ohne Anpassung an den Gezeitenkalender austüfteln) mehr als 2,5 Stunden in der Kälte (2°C und Windstärke 7) vor dem Fährterminal auf die Abfahrt warten muss, finde ich das Meer immer noch wunderbar.Nordstrand von Norderney bei SonnenscheinApropos langes Warten in der Kälte: Das bringt nicht bei allen Inselbesuchern das Beste in ihnen zum Vorschein. Ich bin zum ersten Mal in Leben beinahe von einem Koffer überfahren worden, beziehungsweise von dessen Besitzer mithilfe des Kofferungetüms. Und ich habe gelernt, wie lange ich trotz Aufwärmkaffees frieren kann: Circa 5 Stunden am Stück. Kein Stoffwechsel. Aber wer brauch sowas auch, wenn er einen Mann mit wunderbarerweise dauerwarmen Händen dabei hat. <3 <3 <3Kaffee auf der Fähre nach Norddeich MoleAber eigentlich war ich ja noch beim Meer. Und den Helden, die andere auf und im Meer retten. Und so sind der Lieblingsmensch und ich nun stolze Förderer der Seenotretter. Das wollten wir ja schon lange, und nicht nur immer Geld in die Sammelschiffchen stecken. So ein Hafentag ist doch eine sehr praktische Einrichtung, um solche Pläne endlich in die Tat umzusetzen. Uns schicke Typen in historischen Schwimmwesten trifft man dabei auch. Juhu!Seenotretter mit historischer Schwimmweste vor RettungskutterMit dem Ney von Norderney lassen sich unglaublich viele Wortspiele machen. Über die Qualität möchte ich keine Aussagen machen, da ein Teil meiner Antwort euch verunsichern könnte.Frisör Haarschn'eyder

Gründerzeitarchitektur im Bäderstil kann hinreißend sein. Die Dünen um die Ecke auch.

Altes Haus auf NorderneyKiosk Marienhöhe auf NorderneyDüne am Norderneyer Weststrand

Das Kino auf Norderney ist großartig. Und genauso großartig fand ich den siebten Star Wars-Teil. Wer hätte das gedacht. (Anke Gröner vermutlich, ihr lesenswerte „Kritik“ findet ihr hier.)

Kinosaal auf Norderney

Die Inselrobbe hat einen typisch ostfriesischen Namen und heißt…… Fernando. Ja genau. Integration funktioniert. Er trägt sogar einen blau-weiß-gestreiften Pullover. Eine echte Robbe haben wir jedoch nicht erspäht.Robbenstatue

Direkt vor dem Polizeipräsidium steht eine Bücherbox, die wohl auch rege genutzt wird. Zumindest standen immer wieder Menschen davor, um sich Bücher auszuleihen. Ich selbst habe aber nicht besonders viel gelesen, ich war zu sehr damit beschäftigt, aufs Meer zu schauen.

Bücherbox

Die sprichwörtliche Kühle der Norddeutschen konnten wir außerhalb der Fährgesellschaft nirgends finden. Nette Menschen allüberall. Und für eine kleine Insel gibt es eine überraschend riesige Schule.SchulgebäudeLange Strandpromenaden haben mehrere Vorteile: Menschenmassen in der Hauptsaison verteilen sich durchaus so gut, dass man (fast) menschenleere Fotos vom Meer machen kann. Es ist viel Platz für begabte Surfer und ihre Kunststücke. Und für bunte Drachen. Es gibt gleich mehrere Strandbars mit herrlichem Ausblick, der den erschreckend schlechten Kaffee vergessen lässt. Vor allem aber kann man wundervolle Sonnenuntergänge in ihrer vollen Länge und Pracht bewundern, während man einem leckeren Friesentee entgegenschlendert. Hach.

Goergshöhe vor AbendhimmelAbendrot auf NorderneyAbendhimmel über den Norderneyer DünenZackenstatue am Strand von Norderney

 

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