Unterwegs

In den Zug steigen, einmal umsteigen, fünf Stunden später wieder aussteigen. Mit Menschen zusammensein. Geimpft oder genesen. Mit einer langjährigen Bekannten anstoßen und nun auch ganz offiziell „Du“ sagen. Mit anderen Menschen Erinnerungen an eine gemeinsame Reise auffrischen und neue Erinnerungen schaffen. Von erfüllten Leben hören, von Durststrecken und Hoch-Zeiten. Gänsehaut haben, weil da Junge und Ältere gemeinsam feiern und miteinander Ja sagen zu Hoffnung und Zukunft. Sonne und Grün genießen, und Sonnenblumen und Regen. Jemanden in den Arm nehmen und mich auf die Wange küssen lassen. Mich im Unbekannten verlaufen und trotzdem irgendwie zu Hause fühlen. Ein Fest feiern. Mit allen Vorsichtsmaßnahmen und Abständen und Masken. Aber ein Fest.

Das verändert nichts an der Lage der Welt im Großen und Ganzen, nichts an der Lage der Menschheit im Allgemeinen. Das macht mich nicht weniger hilflos dem Weltgeschehen gegenüber und nicht weniger fassungslos in Anbetracht vieler Wahlkampfparolen. Aber es weitet mein Herz und meinen Blick. Wie gut das tut.

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