Pointe du Van im Nebel

pointe-du-van-nebel-argueveur-chapelle-saint-theyPlötzlich tauchte ein Schiff aus dem Nebel auf, es war der Küste schon ganz nah. Laut tönte sein Signalhorn bis zu den Menschen, die stumm auf den Felsen an der Küste standen. Die Arme verschränkt standen sie da und warteten…

Mitten im Nebel kann man sie bildlich vor sich sehen, die so oft beschriebenen Szenen der bretonischen Strandräuber, die so arm und verzweifelt gewesen sein sollen, dass sie Kühen Lampen um die Hörner gebunden hätten, um so Schiffe auf die Klippen zu lenken.pointe-du-van-nebel-argueveur-la-vieille

Mitten im Nebel kann man sich vorstellen, wie die schauerlich-schönen Legenden entstanden vom Tod, der Ankou, die mit der Kutsche umherfährt, um sich ihre nächsten Opfer auszusuchen. Von Korrigans und anderen Wesen, die ihr Unwesen treiben und arglose Spaziergänger vom Weg abbringen.pointe-du-van-nebel-argueveur-eoliennes

Mitten im Nebel kann man erleben, wie sich die Einsamkeit von Insulanern angefühlt haben muss, wenn sie im Sturm nicht übersetzen konnten und – manchmal tagelang – das Festland nicht sehen konnten.

Mitten im Nebel kann es aber auch verträumt sein und schön. Man hört die Stimmen anderer Spaziergänger, aber man kann sie nicht sehen. Es hat ein paar Grad abgekühlt, der Ginsterduft und der Duft des feuchten Farns sind längst nicht mehr so intensiv, wie zuvor im Sonnenschein.pointe-du-van-nebel-argueveur-farn

Man ahnt, dass in den Felsen unter einem, Vögel mit ihren Artgenossen streiten. Das Geschnatter und Gekreische dringt deutlich ans Ohr. Aber so sehr man sich auch anstrengt, man bekommt die Verursacher der Geräusche einfach nicht zu Gesicht. Ein paar Meter kann man sehen – nach vorne, zurück, aufs Meer.pointe-du-van-nebel-argueveur-steilkueste

So einen Nebeltag haben wir im vergangenen Jahr an der Pointe du Van erlebt. Eine herrlich-skurrile, einsam-verträumte, nebel-düstere, ab und an von einem stärkeren Sonnenstrahl, der es schaffte, den Nebel ein wenig zu lichten, erhellte, Szenerie. Wir kennen die Landspitze mittlerweile gut. Ist ja schließlich unsere Lieblingslandspitze an unserem Lieblingsende der Welt. So hatten wir sie aber noch nie erlebt. Gerne wieder. <3pointe-du-van-nebel-argueveur-chapelle-saint-they-von-hinten

Straßenschilder kreativ

Dass die Franzosen Schilder im Straßenverkehr nicht besonders ernst nehmen – geschenkt. Sie ignorieren die Schilder jedoch nur beim Fahren. Denn als Kunstraum werden Straßenschilder durchaus genutzt. Häufig genutzt. Anbei eine kleine Auswahl aus dem Finistère.

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Kreativ gestaltete Straßenschilder in der Bretagne

 
La voilà la blanche hermine…

Straßenschild mit Verschönerung

In Landerneau gibt es nicht nur kreative Schilder, sondern auch kreative Wandmalereien.kreativ verändertes Straßenschild in Landerneau

 

Und eine Zugabe aus Paris.Verändertes Durchfahrt-Verboten-Schild in Paris

Was schön war: Exerzitien an der Donau

Es scheint ja so zu sein, dass ich meinem Vorsatz, wieder mehr zu bloggen, wirklich treuer sein kann, wenn ich die Dinge durch die Schönheitsbrille filtere. Und so lest ihr hier schon wieder etwas Schönes.

Von meinen Exerzitien habe ich euch ja bereits berichtet. Hier war ich dieses und sicher nicht zum letzten Mal. Das war ganz einfach, ganz wunderbar und ganz rundum besonders schön. Das Innerliche lässt sich wie immer nicht gut in Worte fassen, aber auch um mich herum sind schöne Dinge passiert.

Ganz oben auf der Liste: Dieser Blick bei diesem Licht beim Meditieren in der Kapelle.Blick auf die Altstadt von Neuburg an der Donau

Auch sehr, sehr schön: Tägliche, ausgiebige Wege an der Donau.Donauufer in Neuburg neuburg-donauufer

 

Bei einem meiner achtsamen Spazieren stehe ich am Ende mitten im Schlosshof. Was mir dabei auffällt: Jedes Mal, wenn ich ein paar Tage in Bayern verbringe, halte ich irgendwann diesen ganzen Regentschaftsbrimborium für ziemlich real. An jeder Brücke, jedem Stadttor, an jedem zweiten Haus und auch sonst überall steht, welcher Prinz, König, Regent oder [beliebigen Herrschertitel einsetzen] für diese Schönheit verantwortlich zeichnet. Und das alles so schön hergerichtet und herausgeputzt, dass ich es am ersten Tag wie ein gelungenes Freilichtmuseum genieße. Aber je länger ich bleibe, desto mehr verliert sich das museums- und kulissenhafte und desto wirklicher wird es. Nur das mit der CSU, das erschließt sich mir nie, egal, wie lange ich bleibe und egal wie herrschaftlich die Protagonisten sich gebährden.

Ich stehe also aufs märchenhafteste gestimmt im Schlosshof und wie ich da so die Wandmalereien bewundere, kommt ein kleiner Lieferwagen herangebraust und hält vor dem Schlosstor. Der Aufschrift entnehme ich, dass der Wagen „Dienstkleidung“ liefert. Ein kleiner, weißhaariger, sehr dünner Herr in einem blauen Kittel – Typ Schluhausmeister in den 80er Jahren -, steigt aus. Langsam geht er um das Auto herum und klingelt am hölzernen Tor. Gespannt bleibe ich stehen, um zu sehen, wer wohl öffnet, und wie die Dienstkleidung der Schlossherren wohl aussehen mag. Bringt er frisch gereinigte Prachtkleider für die Puppen, die in den Schlossräumen auf Besucher warten? Oder Küchenschürzen fürs Personal?

Die Gegensprechanlage ertönt und der ältere Herr sagt in tiefem Bayerisch: „Ich bring Ihnen die Dreckmatten.“ Nein, ich versuche mich nicht daran, das irgendwie in lautmalerische Buchstaben zu bringen. Ihr müsst euch das Bayerische einfach vorstellen. Auf jeden Fall ist meine Neugier jetzt endgültig geweckt. Wer oder was muss denn in diesem vornehmen Residenzschloss „Dreckmatten“ tragen? Oder ist das ein einheimisches Fachwort für barocke Roben?

Auch im Schloss muss etwas unklar geblieben sein, denn der kleine Herr wuselt von der Ladefläche seines Transports zurück zur Klingel und wiederholt überraschend laut: „Na, die Matten für die Touristen, die wo den Dreck sonst reintragen.“ Das war wohl das Zauberwort, denn der Türsummer erklingt und der Mann im blauen Kittel geht mit einer großen, grauen Kiste ins Schloss hinein. Hmmm.

Beim Hinausgehen sehe ich, was auf der anderen Seite des Lieferwagens steht: „Dienstkleidung und Schmutzauffangmatten.“ Ach so. Na dann.

Aber ein bisschen schde ist es schon.

 

Mit dem Rollator und viel Liebe

In den vergangenen Tagen war ich offline und habe Exerzitien gemacht. In dem Kovent, zu dem das Exerzitienhaus gehört, leben vor allem alte – gar betagte – Schwestern. Es gibt dort auch einen Pflegebereich. Wer nun denkt, die Stimmung dort sei traurig oder gedrückt, der irrt. Sehr.

Wann immer man durch das Haus geht, trifft man auf eine der zahlreichen noch immer durchaus aktiven Schwestern. Viele von ihnen sind mit dem Rollator durchaus schneller unterwegs, als mancher Mensch ohne Gehhilfe. Andere schieben langsam, aber stetig ihr Wägelchen vor sich her und jede kommt dorthin, wo sie hinmöchte.

So weit, so normal. Besonders angerührt hat mich die „Rollator-Parade“ am ersten Morgen. Nichtsahnend bleibe ich nach dem Gottesdienst noch etwas sitzen, genieße das abschließende Orgelspiel und das Licht, das sich in den Zweigen vor dem Fenster fängt und wunderschöne Schatten in die Kirche wirft. Die Gäste, die noch gut zu Fuß sind, sind längst aufgestanden und Richtung Frühstück gegangen. Doch ich sitze noch da und sehe, wie liebevoll die alten Damen miteinander umgehen.

In der ersten Bankreihe sitzen die Schwestern, die nicht mehr gut zu Fuß sind. Hinter der letzten Bankreihe und am Ausgang der Kirche parken ihre Rollatoren. Diejenigen Schwestern, die während der Messe in der zweiten Reihe des Halbrunds saßen, sausen nun fast lautlos Richtung „Parkplatz“ und holen die fahrbaren Gehhilfen. Dabei sortieren sie sich direkt so, dass die Schwestern, die am weitesten außen sitzen, ihren Rollator zuerst bekommen und loslaufen können. Die anderen rutschen derweil nach und bekommen ebenfalls ihren Rollator in die Hand gedrückt.

Wer sich nicht mehr gut alleine von der Bank aufrichten kann, dem greift eine Mitschwester behutsam unter die Arme. Beherzt zieht die eine sich an der Bank hoch, vorsichtig zieht die andere an Arm und Schulter, bis die Hände umgreifen können auf die Griffe des Gefährts. Verschmitzt und fast verschwörerisch lächeln die beiden sich zu, nicken kurz und schon sind sie unterwegs in Richtung Kaffeeduft.

Das alles erfolgt mit einer so heiteren Selbstverständlichkeit – das Helfen und das Hilfe annehmen, das Rücksichtnehmen und das Geduldigsein – dass ich mir wünsche, auf diese Art alt werden zu dürfen.

Was schön war

Ich muss früh morgens etwas abholen in der Nähe des Kölner Bahnhofs. Als ich alle Unterlagen bekommen habe, ist es immer noch früh. Die Ruhe auf der sonst so hektischen Domplatte tut mir gut. Der schneidend kalte Wind, der sich hier wie immer fängt, allerdings nicht. Im Dom ist es noch stiller. Der Domschweizer am Hauptportal weist mir müde und stumm den Weg auf eine der Seiten. Der Mittelgang ist gesperrt. Ich gehe an der Seite vorbei und setze mich in eine der Bänke. Ruhe finden nach dem frühstartenden Morgen und vor dem Arbeitsberg, der im Büro auf mich wartet.

Ein leises Klackern lässt mich aufhorchen. Es ist ein ungewöhnliches Geräusch hier im ganz stillen Dom. Nicht die Schritte eines anderen Besuchers. Nicht der Schweizer, der die Absperrung löst, kein Lärm, als sei irgendwo etwas heruntergefallen. Mehr wie ein Wischen und Klopfen auf Holz. Wie… Putzen. Und genau das ist es auch.

Zwei Frauen mit kleinen Putzwägen biegen aus den Seitenschiffen Richtung Mittelgang ab. Sie wischen den Boden und stoßen ab und zu mit den Wischmopps an den Rand der Bänke. Nach jeweils einigen Reihen gewischten Bodens wringen sie das Tuch aus, putzen die Kniebänke. Dann stellen sie den Mopp zur Seite, wringen ein anderes Tuch aus einem anderen Eimer sorgfältig aus und wischen auch Sitzflächen und Rückenlehnen der Bänke.

Langsam, aber zielstrebig und sorgfältig bewegen sie sich durch die Reihen. Eine von ihnen hält ab und zu für ein paar Sekunden inne, streckt den Rücken, massiert sich den Nacken, blickt kurz auf den prunkvollen Hochaltar. Dann greift sie wieder zum Wischmopp, putzt weiter Reihe für Reihe. Einige Bänke schräg vor mir sitzt ein älterer Herr. Er scheint tief ins Gebet vertieft. Vorsichtig nähert sich die Putzfrau, wischt den Boden bis in seine Nähe, geht dann einmal um die Bänke herum und wischt von der anderen Seite ebenfalls vorsichtig bis in die Nähe des betenden Herrn.

Leise geht sie in die nächste Bank. Man sieht, dass sie sich bemüht, so wenig wie möglich zu stören. Als sie gerade mit der Bank hinter dem Herrn fertig ist, hebt dieser den Kopf, dreht sich leicht nach der putzenden Dame um, die auf ihrem Wagen das Putztuch wechselt. Er lächelt ihr zu, nickt mehrfach mit dem Kopf und geht auf Zehenspitzen davon, um den frisch geputzten Boden nicht zu verschmutzen.

Was schön war

Morgens um kurz nach fünf am Hauptbahnhof in Köln. Ich blinzle verschlafen in die Gegend und halte mich an meinem Kaffee fest. Außer zwei Bäckern hat noch keines der Geschäfte geöffnet. Aus einem Schaufenster blickt mich ein Einhornluftballon gelangweilt an. Um noch ein wenig vor mich hinzuträumen, setze ich mich in einem der Gänge auf eine Bank und lese schläfrig ein wenig meine Timeline nach.

Um mich herum sind noch mehr schläfrige Menschen. Sie kommen allerdings nicht aus einem warmen Bett, können sich vermutlich nicht einfach so einen Milchkaffee zum Wachwerden und Wärmen kaufen. Sie liegen auf und neben den Bänken. Ein junger Mann sitzt auf einer Stufe, eine Plastiktüte neben sich, einen kleinen, zerschlissenen Rucksack auf den Knien. Die Kapuze hat er sich tief ins Gesicht gezogen, sein Oberkörper ist eng über die Knie und den Rucksack gebeugt. Er atmet flach, schnarcht ganz leicht.

Plötzlich kommt Leben in die verschlafene Szenerie. Das Licht wird etwas heller und festen Schrittes nähern sich zwei junge Männer mit den leuchtenden Westen vom Sicherheitsdienst der Bahn. Entschlossen gehen sie auf den jungen, zusammengekauerten Mann zu. Plötzlich bin auch ich hellwach. Und sehe beruhigt, dass einer von ihnen den schlafenden Bahnhofsbesucher vorsichtig an der Schulter berührt. Mit respektvollem Abstand bleiben sie vor dem Sitzenden stehen, warten, bis er wach genug ist, um sie blinzelnd anzusehen. Nicken ihm freundlich zu, bekommen ein müdes, aber dankbares Lächeln zurück. Der junge Mann nimmt die Hände aus dem durchsichtigen Müllsack, der ihm in der Nacht ein wenig Wärme spenden sollte. Fährt sich durchs Gesicht, reibt sich den Schlaf aus den Augen. Blinzelt gegen die Bahnhofsbeleuchtung an. Er nickt einem Passanten zu, der ihm ein paar Münzen zusteckt und bleibt einfach sitzen.

Hinter mir sind die die Männer vom Sicherheitsdienst weitergegangen. Wecken nach und nach alle Männer – es sind nur Männer – die hier Zuflucht vor den noch immer kalten Temperaturen gesucht haben. Lachen mit einem, der schon wach war. Und erklären einem anderen, dass die Nachtruhe nun zu Ende sei, hier im Bahnhof. „Um halb sechs ist Wecken.“ – „Wieso denn?“ – „Jetzt  kommen langsam die Pendler, die sollen nicht über Sie stolpern. Und Sie können besser auf Ihre Sachen aufpassen, nicht dass etwas wegkommt.“ – „Na gut. Ich wache dann mal auf.“ Ein breites Lächeln auf der einen, doppeltes Kopfnicken auf der anderen Seite.

Der junge Mann mit der Plastiktüte über den Händen schafft es noch nicht, die Augen offen zu halten. Sein Kopf sinkt immer wieder ruckartig nach vorne. Die beiden Sicherheitsmitarbeiter kommen zurück und sehen, wie er den Kampf gegen die Müdigkeit verliert, wieder nach vorne sinkt und einschläft. Sie zögern kurz, schauen sich an, nicken sich einvernehmlich zu und gehen weiter. „Eine halbe Stunde geht noch“, höre ich den älteren der beiden murmeln, als ich meinen Rucksack packe, meinen Kaffeebecher nehme und Richtung Gleis gehe.

First Class: Zugfahren mit spannenden Variationen

Der Orient-Express kann einpacken, denn die Konkurrenz ist einfach zu stark geworden. In den vergangenen Wochen sind an unserem Spieltisch drei starke Mitbewerber gegründet worden, die über die modernsten und schnellsten Loks verfügen. Sie beschäftigen nur die freundlichsten und zielstrebigsten Schaffner und verfügen über eine geradezu unglaubliche Anzahl an schicken Waggons. Natürlich ziehen diese Linien die Passagiere in großen Mengen an und alle bekommen Plätze in der ersten  Klasse.

Nein, keine Angst, weder der Lieblingsmensch noch ich, noch sonstwer in unserer Spielerunde hat seinen Job gekündigt und macht jetzt auf Eisenbahner. Allerdings kommt hier seit einiger Zeit das Kartenspiel First Class sehr regelmäßig auf den Tisch.

Zu Anfang bekommt jeder Eisenbahner Spieler einen Bahnhof und zwei Züge mit jeweils einem Waggon der Stufe Null. Dazu zeigt eine kleine Holzlokomotive an, wie weit die Züge sich fortbewegen können. Zwei Schaffner warten im Bahnhof auf ihren Einsatz. Ein dritter Kollege steht auf der Punkteleiste bereit, um anzuzeigen, wie erfolgreich die eigene Linie arbeitet.Ausgangstableau von First Train, dem Brettspiel

Ein der Tischmitte liegen verschiedene Aktionskarten aus. Manche erlauben es, zusätzliche Wagen anzulegen und deren Wert zu verbessern, andere verlängern die Schienenstrecke. Wieder andere enthalten Aufträge, die nach Erfüllung Punkte bringen, oder man kann Schaffner oder Lok vorwärts bewegen.Kartenauslage des Grundspiels von "First Train"

Zusatzmodule bringen Abwechslung ins Bahnabteil

Verschiedene Module bringen Varianten in den Kartensatz: Mal gilt es, Berühmtheiten angemessen zu befördern und Postkarten von besonders schönen lukrativen Reisezielen zu schicken. Man kann sich auch für die technische Variante entscheiden und zusätzliche Mechaniker und Weichen in den Kartensatz einbauen. Ein anderes Mal steigen Passagiere zu, die Geld bringen oder man muss Gepäck sicher befördern, was ebenfalls Punkte bringt. Und dann ist da noch das Krimimodul, bei dem man während der Fahrt einen Mordfall aufklären, Verdächtigungen aussprechen oder eigene Spuren verwischen muss.

Am besten gefällt uns der Standardkartensatz, denn hier entfalten einige unscheinbare, aber wirkungsvolle Karten die größte Wirkung: Zielkarten, die Boni geben für verschiedene Karten, die man während des Spiels eingesetzt hat. Zu Beginn wählt jeder Spieler verdeckt eine solche Karte aus. Wer Glück hat und taktisch klug aus den ausliegenden Karten wählt, kann sich im Spielverlauf mit weiteren Bonus-Karten ausrüsten und am Ende nochmal richtig Punkte absahnen.Punktezähler und Nachzugstapel für Zusatzwaggons bei "First Train"

Viele Wege führen zum Sieg

Was uns besonders gut gefällt ist, dass es keine dominierende Siegstrategie gibt: Am offensichtlichsten ist das Punktesammeln durch die Aufwertung der Waggons. Wer viele hochwertige Anhänger sammelt, kann viele Punkte einheimsen. Doch auch ein langes Schienennetz oder viele lukrative Aufträge können das Punktekonto gut aufpolstern. Und nicht zuletzt kann man auch mit Geld spannende Züge machen, die sich in einem hohen Punktestand auszahlen. Wer in den drei Spielrunden alle Strategien taktisch klug zu mischen versteht und dann auch noch ein wenig Glück bei der Auslage der Karten und der Spielerreihenfolge sein Eigen nennen kann, wird zum Eisenbahnmogul.

Einziger Wermutstropfen: Hat man Grübelprofis am Tisch sitzen, können sich einzelne Züge, vor allem aber die Zwischenwertungen, zu Optimierungsorgien entwickeln, die die Zeit für die Mitfahrer lang werden lassen. Andererseits kommen die anderen so zum einen oder anderen Plausch, der bei Schwergewichten der Brettspielszene ausfällt. Man kann sich seine Zugfahrt also so angenehm gestalten, wie man möchte. 🙂

In diesen Zug steigen wir jedenfalls in der nächsten Zeit sicher gerne immer wieder ein.

Rosenkohl-Maronen-Pasta

Beim aktuellen Tauwetter lief ich neulich auf einen Gemüsestand zu, in dem der großartigste Rosenkohl der Saison mich anlächelte. Zack, Einkaufskorb. Und um mal was anderes zu machen, habe ich endlich dieses Rezet ausprobiert, das ich schon so lange markiert hatte.

Pasta mit Rosenkohl und MaronenIch habe es allerdings ein wenig auf aktuelle Vorräte angepasst. Und was soll ich euch sagen: Seeehr lecker. Vor allem die knackigen Rosenkohlblätter sind beim Lieblingsmenschen und mir enorm gut angekommen. Wird auf jeden Fall wiederholt.

Zutaten:
100 g vorgekochte Maronen
150 g Rosenkohl (wenn er Frost bekommen hat, ist er besonders lecker)
1 Zwiebel
5 Walnusskerne
2 EL Butter
250 g Vollkorn-Penne
250 ml Milch
Salz, Pfeffer, Rosenpaprika, Muskatnuss
Parmesan

Vorbereitung:

Den Rosenkohl gut waschen, putzen und dann die Blätter abzupfen. Wie Juliane bereits anmerkt, ist das eine fisselige Arbeit, aber das Resultat ist so großartig, dass man sie wirklich tun sollte.

Die Zwiebel würfeln und die Walnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und würfeln. Parmesan reiben.Rosenkohl in der Pfanne geröstet

Zubereitung:

Die Butter in einer Pfanne zerlassen und die Rosenkohlbätter wenige Minuten darin anbraten, bis sie leicht braun werden. Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Nudeln in kochendes Salzwasser geben.

Die Zwiebelwürfel in die Pfanne geben, anschwitzen, mit der Milch aufgießen und gut würzen. Dann die Maronen hinzugeben und zum Kochen bringen. Alles auf kleiner Flamme einkochen lassen, bis die Nudeln al dente sind.

Kurz bevor die Nudeln fertig sind, die Rosenkohlblätter zur Soße geben, alles gut durchrühren. Nudeln abgießen, abtropfen lassen, alles gut mischen.

Zum Anrichten auf Teller verteilen, geröstete Nüsse und Parmesan darüber streuen.

Mit oder ohne ein Glas Grauburgunder (unser aktueller Liebling) genießen.

Guten Appetit!

Was schön war: Tauwetter und Rosenkohl

Das „Was schön war“-Format habe ich zuerst bei Anke Gröner gesehen. Ich mochte es von Anfang an. Da hier lange nichts los war – ich komme grade zu nichts – ich aber gerne wieder mehr aufschreiben möchte, erlaube ich mir, das als Vorlage zu nehmen. Vielleicht blogge ich dann auch wieder öfter. Ihr werdet es erleben (oder eben auch nicht… Zeiten des Wandels und noch immer keine Kristallkugel auf dem Schreibtsich).

Was schön war also…

Ein neblig-nasser Spaziergang durch Poppelsorf an einem dringend nötigen freien Nachmittag. Der Winter ist vermutlich endgültig vorbei – zumindest hier im Rheinland. Ein paar Enten nahmen das zum Anlass, sich gegenseitig laut kreischend und an den Federn zerrend von den Eisresten am Poppelsdorfer Schloss ins schon aufgetaute Wasser zu schubsen.Enten auf dem noch so eben zugefrorenen Schlossgraben in Poppelsdorf mit dem Schloss im Hintergrund

streitende Enten in Bonn-PoppelsdorfVon Amselgezwitscher geweckt werden. Und die ersten verliebten Meisen in der Hecke im Garten.

Der bunte Tulpenstrauß, den ich beim Spaziergang zusammen mit dem leckersten Rosenkohl der Saison an einem kleinen Gemüsestand bei einer unglaublich herzigen alten Dame gekauft habe. Sie freute sich dermaßen an den bunten Blumen und daran, dass ich mir damit einen bunten Frühlingsgruß mit nach Hause nehmen, dass mir ganz warm ums Herz wurde.

Fassade des Kölner Doms bei NachtEin wunderbarer Abend mit wunderbaren Menschen im karnevalstrunkenen Köln. Auf dem Rückweg beim Weg zur Bahn fragten uns zwei vermutlich gerade mal volljährige Mädchen: „War heute Abend eine Karnevalssitzung?“ – „Ja, vermutlich nicht nur eine.“ – „Kommt ihr auch daher?“ – „Nein, wir waren einfach nur so aus.“ – „Aber hier sind so viele Verkleidete.“ – „Ja, das ist hier ab Dreikönige immer so.“ – „Ach…“ Man muss Touristen lieben 🙂

Mehr schöne Dinge findet ihr übrigens auch bei Herrn Buddenbohm, im Odenwald, im Kaffeehaus mit Herz, in Südfrankreich und sicher noch an vielen anderen Stellen.

Habt auch ihr es schön!

Schnee und Sonne <3

Eisig kalt ist es hier im Vorgebirge ja schon seit ein paar Tagen. Aber Schnee hatten wir nur für einen halben Tag. Für den kleinen Jungen, neben dem ich an der Ampel stand, genug, um ihn ausgiebig zu testen. „Pap, gibt es morgen wieder Schnee?“ fragte der kleine Mann seinen Vater. „Wahrscheinlich nicht, warumm denn?“ fragte der zurück. „Weil der Schnee so lecker schmeckt, vor allem der da vorne an dem kleinen Brunnen. Und am allerleckersten schmeckt er auf Butterkeks.“

Wie gesagt, testen konnte ich das leider nicht mehr. In Köln und im Vorgebirge gibt es nur Minustemperaturen und gefrorene Schönheiten.vereiste Efeublätter

Keinen Schnee. Dafür gibt es in der Eifel umso mehr davon. Zusammen mit Sonnenschein die perfekte Mischung für einen ausgiebigen Sonntagsspaziergang.Schnee, Sonne, entlaubte Bäume in der Eifel

Zuerst sind wir in der Nähe von Blankenheim durch die Felder und durch knöchelhohen, an manchen Stellen auch höheren, Schnee spaziert. Kurz nachdem wir aufgebrochen waren, wurden wir von einer türkischen Großfamilie überholt. Die einen zogen Kinder auf Schliten, andere große Rucksäcke und zwei junge Männer eine riesige Pappe über das verschneite Feld den Hügel hinauf.Familie beim Picknick im Schnee

Oben angekommen, packten die Familienmitglieder warme Decken aus den Rucksäcken, Thermoskannen, Gläser. Dann wurde die Pappe ausgelegt, die Decken darauf und drumherum drapiert. Alle nahmen Platz richteten sich gemütlich ein – mit Blick auf den Rodelhang, den die Kinder mit den Schlitten eroberten – und picknickten. Großartig!

Da wir aber weder Decken noch warme Getränke dabei hatten und auf Dauer vermutlich mit den Rodelhelden kollidiert wären, sind wir zunächst nach Blankenheim (schon um zwei fast ganz im Schatten – huch) Blankenheim in der Eifel im winterlichen Schattenhalb zugefrorener See in Blankenheim in der Eifel

Burg Blankenheim und der zugefrorene See im Talund dann zum sonnendurchfluteten, zugefrorenen und zugeschneiten Freilinger See weitergefahren. Um den wir dann im goldenen Nachmittagslicht ein gutes Stück herumgelaufen sind. Soooooo schön. Schnee und Sonne. Große Liebe.Verschneiter Freilinger See im Sonnenschein

am Freilinger See im SchneeEiszapfenSchneekristalleSchnee, Sonne und Eis am Freilinger See in der Eifel