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Was schön war: Mit einem Taxi durch Paris

Neulich kam ich in die Verlegenheit glückliche Lage, endlich einmal mit einem Taxi zwar nicht nach, aber immerhin durch Paris zu fahren. An einem sonnigen, warmen Hochsommertag und mit einem Fahrer, wie ich ihn mir besser nicht hätte wünschen können.

Erste Überraschung: Taxifahren ist in Paris gar nicht so teuer, wie gedacht.
Zweite Überraschung: Taxifahrer sind in Paris gar nicht so unhöflich wie allgemein behauptet („Ist es OK, wenn ich die Fenster aufmache, oder hätten Sie lieber Erfrischung durch die Klimaanlage?“ <3) .
Dritte Überraschung: Ich habe meinen Zug bekommen und zwar sogar noch 3 Minuten schneller als das Taxifahrer-Navi vorhergesagt hatte.

Dabei fing alles gar nicht so großartig an. Nur ein paar Meter von der Gare du Nord entfernt, wurde das Taxi um ein Haar in einen Unfall verwickelt. Ein anderer Fahrer bremste völlig unvermittelt, weil ein LKW auf die Straße gefahren kam. Das Taxi scherte nach links und mein Fahrer schaute zu dem Bremser hinüber – ein junger Fahrer einer privaten Limousine, trotz der sommerlichen Temperaturen in dunklem Anzug mit Krawatte. „Diese jungen Privatchauffeure – haben kaum Fahrpraxis und vor allem keine Erfahrung im Stadtverkehr. Sie sehen immer so erschreckt aus, als sei das ein furchtbarer Job“, erklärte mir der Mann aus dem Fahrersitz. Er selbst trug leichte Hosen, ein kurzärmliges Hemd und eine durchaus vergnügte Miene. „Fahren Sie denn schon lange“ – „Ach, schon ewig. Zwischendurch habe ich zwar etwas anderes gemacht, aber ich komme immer wieder zum Taxifahren zurück. Ein wunderbarer Beruf.“

Als ob er mich für eine Expertin hielte, fragt er mich, ob es OK ist, wenn er diesen Weg nehme, er könne natürlich auch über den Boulevard sowieso oder die Avenue irgendwas fahren. Als ich sage: „Nein, machen Sie nur. Sie kennen die Stadt und den Verkehr“, nickt er kurz und erklärt mir in den folgenden Minuten seine Art von Sehenswürdigkeiten.

„Sehen Sie dort“, sagt er in der Nähe des Louvre, „vor diesem großen Stadthaus mit der etwas schmutzigen Fassade, da standen früher immer Wachleute. Manchmal zwei, meistens aber vier oder sechs. Da wohnte Jacques Chirac.“

Blick auf die Tuillerien in Paris

Ein paar Straßen weiter: „Hier, merken Sie sich dieses Café. Da gibt es die besten Tartelettes aux fruits in ganz Paris. Ich weiß wovon ich rede, ich habe fast alle probiert.“

„Dort drüben, sehen Sie die bunten Fensterläden? Da gibt es Käse. Es steht zwar noch ‚Coiffeur‘ außen dran, aber seit ein paar Monaten ist da ein Käseladen. Ganz ausgezeichnete Auswahl.“

„Wenn Sie selbst einmal mit dem Auto hier unterwegs sind, fahren Sie hier keinesfalls zu schnell. Hier wird immer kontrolliert. Und wenn Sie nur einen Kilometer zu schnell sind, kostet es schon gehörig.“

Kurz vor dem Ziel schimpft eine Dame in ihren Fünfzigern durchs offene Fenster: „Was sollte das denn? Sie haben mich fast umgefahren.“ Murmelnd rekonstruiert der Fahrer, was passiert ist: Dass die Dame die Hand rausgestreckt hatte, um rechts abzubiegen, sich dann aber wohl entschlossen haben musste, geradeaus zu fahren und um die Autos herum auf deren linke Seite zu kurven. Dass ihn keine Schuld treffe außer der, dieses für Pariser Fahrradfahrer durchaus häufiger Verhalten nicht zu antizipieren. Als die Dame uns bei der nächsten Ampel einholt und nun links neben dem Fahrerfenster zum Stehen kommt, beugt er sich trotzdem freundlich zu ihr hinaus und entschuldigt sich für die Situation an der letzten Kreuzung. Die Fahrradfahrerin – mit einem der Leihfahrräder unterwegs , die man überall für wenig Geld mieten kann – brummelt zwar noch immer unwirsch, lächelt aber angesichts der freundlichen Worte irgendwann dann doch vor sich hin.

Tour Montparnasse in Paris mit Werbung für die Olympischen Spiele

Angesichts der Tour Montparnasse und der dort prangenden Werbung für die olympischen Spiele bekomme ich noch einen kurzen Einblick in die Seele eines Sportfans, der auf den Erfolg der Bewerbung für die Spiele 2024 hofft, und dann noch ein paar gute Ratschläge, wie ich Taschendiebe im Bahnhof erkennen und mich vor ihnen schützen könne (kurz: Trau keinem unter 30; vor allem keinem, der betont harmlos tut und die Arme hinter dem Rücken verschränkt 🙂 ).

Mit dem Duft der sommerlichen Stadt in der Nase und angefüllt mit sonnendurchfluteten Blicken auf Boulevards, den Louvre, die Tuillerien, den Eifelturm und kleine Pariser Parks schlendere ich überraschend pünktlich und überraschend ungenervt vom wilden Pariser Verkehr um die Mittagszeit in Richtung Gleis. Vier Stunden später bin ich in Quimper. Hach <3

Pinwheel: sommerliches Gemüse-Rad

Sommer ist hier Gemüsezeit. Und weil ich schon lange nichts mehr gebacken habe, wollte ich einmal etwas Neues ausprobieren. Ich ließ mich von Backliebelei und dem Knusperstübchen inspirieren und habe mich an einem Pinwheel versucht.

vegetarisches Pinwheel mit GemüsefüllungDas Ganze war überraschend schnell gemacht und schmeckte für den ersten Versuch ungewöhnlich lecker.

Da wir Gäste hatten, und diese das Rezept haben wollen, und natürlich, weil ich das sicher wieder mache, kommt hier meine sommerlich-gemüsige Variante des Pinwheels.

gemuese-pinwheel-vor-dem-backen-zwei-ofenfertige-portionenTeig für 2 große Gemüse-Räder:

1 kg Mehl
1 Würfel Hefe
3 TL Honig
2 TL Salz
100 ml lauwarmes Wasser
200 ml zimmerwarme Milch
4 Eier
80 g Butter

Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde hineindrücken. Die Hefe in die Mulde bröseln und den Honig sowie etwas von dem Wasser darüber geben und 15 Minuten gehen lassen.

Alle weiteren Zutaten hinzufügen und den Teig 5 Minuten kneten. Falls er etwas zu weich ist, könnt ihr noch ein wenig Mehl hinzugeben. Den fertigen Teig etwa eine Stunde gehen lassen.

In der Zwischenzeit könnt ihr die Füllung vorbereiten.

gemuese-pinwheel-vor-dem-backenZutaten für die Pinwheel-Füllung:

250 g Schmand
250 g Magerquark
750 g gemischtes Gemüse
Salz
Pfeffer
Kräuter der Provence
Rosenpaprika

 

Schmand und Magerquark gut miteinander vermischen, bis eine glatte Masse entsteht.

Gemüse würfeln. Ich habe Zucchini, Paprika, Cocktailtomaten, frische Champignons und Frühlingszwiebeln verwendet.

Zwei Quicheformen buttern und mehlen und bereitstellen.

Wenn der Teig gegangen ist, knetet ihr ihn mit den Händen nochmals gut durch, teilt ihn in zwei Hälften und rollte beide zu Rechtecken aus. Jedes Rechteck bestreicht ihr mit der Hälfte der Schmand-Quark-Mischung und würzt sie nach Belieben mit Salz Pfeffer, Paprika und Kräutern. Gemüse darüber verteilen und das Ganze in Streifen schneiden.

gemuese-pinwheel-vorbereitungNehmt den äußersten Streifen und rollt ihn zu einer kleinen Schnecke. Diese legt ihr auf den nächsten Streifen und rollt diesen um die Schnecke herum. Das könnt ihr auch mit dem dritten Streifen noch gut machen. Dann setzt ihr die kleine Gemüseschnecke in die Mitte der Form. Nehmt nach und nach die Teig-Gemüse-Streifen auf und legt diese um die Schnecke herum, bis der Teig aufgebraucht und die Form gefüllt ist.

Das Gemüse, das beim Wickeln heruntergefallen ist, steckt ihr zum Schluss einfach wieder zwischen die Teigstreifen. Lasst die Räder dann nochmal ca. 15 bis 20 Minuten gehen. Service-Hinweis: Wenn man sie deutlich länger stehen lässt, weil man zuerst mit den Gästen noch ein Brettspiel ausprobieren möchte, werden die Räder Monster, die unbedingt aus der Form ausbrechen wollen. Für euch getestet. Bitte gern geschehen, keine Ursache. 🙂

gemuese-pinwheel-gebacken

Zum Schluss backt ihr euer Pinwheel im vorgeheizten Backofen bei 180°C circa 25 bis 30 Minuten lang. Wir mochten die etwas weniger durchgebackene Variante lieber, da sie mehr Gemüsecharakter hatte. Das zweite Rad habe ich 5 Minuten länge backen und es schmeckt deutlicher nach Brot.

Noch warm servieren und einen kleinen Salat dazu reichen. Oder kalt in Scheiben schneiden und mit etwas Ziegenfrischkäse bestreichen. Hmmmm.

gemuese-pinwheel-im-anschnitt

Alternative Gestaltungsideen:

Auch Auberginen, Schafskäse und etwas Knoblauch hätten sicher gut dazu gepasst. Wird beim nächsten Mal ausprobiert.

Der Lieblingsmensch wünscht sich eine griechische Pinwheel-Variante mit Feta, Oliven und getrockneten Tomaten.

Für den Herbst kann man das Gemüserad sicher auch in einer Flammkuchen- oder Zwiebelkuchenvariante mit Speck und Zwiebeln zubereiten.

Und natürlich kann man das Ganze auch als süße Leckerei (so zum Beispiel) gestalten.

Guten Appetit!

Mango-Tarte reloaded

Zum Ausklang des goldenen Oktobers gab es hier nochmal Mango-Tarte. Allerdings habe ich im Vergleich zum erprobten Rezept diesmal Quark anstelle von Joghurt verwendet, da es ja nicht mehr ganz so heiß war und daher nicht mehr ganz so säuerlich werden musste.Tortenplatte mit mehreren Mangot-Tartletts

Dafür war die Mango so reif, dass ich sie nicht mehr in kleine Scheiben zerlegen konnte. Also gab es eine Deko aus Mangopüree. Und für einige der Mini-Tartes gab es ein Feigen-Topping. Auch sehr lecker. Und hübsch. Zum Abschied vom Herbst daher hier ein paar fruchtige Grüße mit dem Hinweis, dass das nächstes Jahr ruhig wieder so schön werden darf.5 kleine Mango-Quark-Tartes

Tarte mit FeigenUnd jetzt: Willkommen November!

Erdbeer-Quark-Joghurt-Torte

Hier gab’s schon lange nichts Gebackenes mehr. Zeit, das zu ändern. Passend zum aktuellen perfekten Sonnentag hatte ich Lust auf eine Quark-Erdbeer-Torte:

Foto der Erdbeertorte

Der Boden ist ein Sweet&easy-Biskuit, darüber gibt es eine Masse aus 400 g Magerquark, 200 g Joghurt, 100 g Zucker und 600 g pürierten Erdbeeren. Gelatine oder Agar Agar dazu. Darüber dann noch eine Mischung aus 100 g Quark, 100 g Joghurt und etwas untergehobener Sahne.

Die restlichen Erdbeeren (zumindest die, die noch nicht im Mund des Lieblingstestessers verschwunden waren) wurden als Deko eingesetzt. Wiederholungsgefahr!