Archiv der Kategorie: Oooooohhhhhh

Sei immer du selbst. Außer…

… du kannst ein Einhorn sein. Dann sei immer ein Einhorn,

Es hat definitiv Vorteile, mit einem Nerd verheiratet zu sein. Einer davon ist das Verständnis für und die geteilte Zuneigung zu nerdigen Geschenken. Und so hat der Lieblingsmensch mir zum Geburtstag einen Einhornausstecher geschenkt. Da so viele bei der Party nach dem Rezept gefragt haben, das ich damit buk, und damit ich es selbst wiederfinde (Das Blog als Backbuch 🙂 ), schreibe ich es euch auf.Einhorn-Keks

Zutaten für die Einhorn-Kekse:

  • 250 g zimmerwarme Butter
  • 180 g Zucker
  • 20 ml Vanillesirup
  • 2 Eier
  • 500 g Mehl

So wird’s gemacht:

Butter und Zucker gründlich miteinander verrühren. Vanillesirup gut unterrühren. Dann die Eier unterrühren und alles zu einer glatten Creme aufschlagen. Nach und nach das Mehl dazugeben, bis ein glatter Teig entsteht.

Den Teig in Folie einwickeln und für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Ich habe den Teig über Nacht gekühlt und am nächsten Tag verarbeitet. Verarbeitet heißt: Ausrollen, ausstechen, bei 180°C auf mittlerer Schiene im Backofen für 8 bis 12 Minuten backen.

Auskühlen lassen und verstecken bis zum Gebrauch. Sonst kann es passieren, dass einige der niedlichen Tierchen sich schon vorher in die Münder und Bäuche von zufällig vorbeikommenden Passanten Lieblingsmenschen verschwinden…

Pro-Tipp für Leute mit mehr Zeit und natürlich den passenden Regenbogen-Gummischlangen: Einhörner mit bunten Mähnen und Schweifen.

Habt es schön und mit viel Glitzer!

Blumenmeer mit Ausblick: Jardin exotique in Roscoff

roscoff-jardin-exotiqueNach einigen Tagen Frühling nutze ich die graue Zwischenepisode für ein paar sonnige Erinnerungen. Gärten, die von jemandem angelegt wurden, der weiß, was er tut, haben es mir ja schon länger angetan. Daher nehme ich euch heute mit in einen Garten, der mein Herz im Sturm erobert hat. Und das nicht nur wegen der Schildkröten (Schildkröten… hach).

Engländer ohne Ende, eine süße Innenstadt mit schnuckeligen Häusern und einem schönen Hafen, Kirchen in Granit und stattliche Bürgerhäuser, das alles in einer schönen Bucht: Roscoff ist wirklich eine Reise wert.

Was ich aber besonders ins Herz geschlossen habe, ist der Jardin exotique, der botanische Garten von Roscoff. Dort setzen die Verantwortlichen ganz auf Gegensätze: Pflanzen des Südens im Norden (des Finistère).Blick auf die Bucht von Roscoff vom Jardin exotique aus

Wundervolle Ausblicke nach innen und außen

Der Garten liegt etwas außer- und oberhalb der Innenstadt, direkt neben dem großen Fährhafen Richtung England und Irland. Die Felsen, auf denen der Garten angelegt wurde, haben die Gestalter ganz wunderbar in ihr Konzept eingebaut. Und so wandert man auf dem Rundweg durch die Schönheiten der südlichen Erdhalbkugel hinauf und hinab und kann auch einen Felsen erklettern. Von oben hat man eine wunderbare Aussicht auf die Bucht, die davorliegenden Inselchen und (mit einem Fernglas) bis zu Île de Batz.Blick vom Jardin exotique in Roscoff auf den Fährhafen nach England

Auch an vielen anderen Stellen hat man eine sehr schöne Aussicht auf das Meer. Doch es lohnt sich durchaus, den Blick auch ins Innere des Gartens zu richten. Da gibt es Wasserläufe und Teiche – sogar mit Schildkröten -, an deren Ufern tropische Pflanzen ganz prächtig gedeihen. Es gibt Schattenecken, in denen Farne und andere Schattengewächse sich wohlfühlen und Felslandschaften, auf denen hunderte verschiedene Kakteen  wachsen.Kakteenblüte im Jardin exotique in Roscoff

Blühendes Roscoff im Herbst

Auch im Herbst blüht Vieles. Manchmal sind es aber auch verblühte Schönheiten, die schön aussehen. Blüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagne

Kakteenblüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagneorange Blüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagnegroße lilafarbene, sternförmige Blüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagneverblühte Staudenblüte im Jardin Exotique im bretonischen Roscoff an der Nordküste des FinistèreNeben den Augen freut sich aber auch die Nase, denn es riecht überall unterschiedlich. In einem eigenen Abschnitt lädt außerdem ein Gerüchegarten dazu ein, Blätter zu reiben und verschiedene Gewürzsträucher und Düfte zu entdecken.Im Geruchsgarten des Jardin exotique in Roscoff

Bunte Infotafeln klären über die Entdecker verschiedener Pflanzen auf oder erzählen die Geschichten von bretonischen Gartenbaupionieren der Vergangenheit. Und bunte Bänke oder kleine, unter Palmen versteckte Stühle laden zum Bewundern, Riechen, Lauschen oder Entspannen ein.Blick aufs Meer von einer Sitzecke im botanischen Garten in Roscoff

Das Besondere: Der Jardin exotique in Roscoff bekommt keinerlei Subventionen oder Zuschüsse. Er trägt sich ausschließlich durch die Eintrittskosten und den Verkauf exotischer Pflanzen aus der Zucht des Gartens. <3Teich mit Schildkröten im Jardin exotique in Roscoff

Picknick-Platz with a view

Zusatztipp: Nur ein paar Schritte vom Parkplatz entfernt liegt eine Aire de Pique-Nique mit einem grandiosen Ausblick.Aussicht vom Pique-Nique-Platz am Jardin botanique in Roscoffroscoff-jardin-botanique-pique-nique

Straßenschilder kreativ

Dass die Franzosen Schilder im Straßenverkehr nicht besonders ernst nehmen – geschenkt. Sie ignorieren die Schilder jedoch nur beim Fahren. Denn als Kunstraum werden Straßenschilder durchaus genutzt. Häufig genutzt. Anbei eine kleine Auswahl aus dem Finistère.

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Kreativ gestaltete Straßenschilder in der Bretagne

 
La voilà la blanche hermine…

Straßenschild mit Verschönerung

In Landerneau gibt es nicht nur kreative Schilder, sondern auch kreative Wandmalereien.kreativ verändertes Straßenschild in Landerneau

 

Und eine Zugabe aus Paris.Verändertes Durchfahrt-Verboten-Schild in Paris

Schnee und Sonne <3

Eisig kalt ist es hier im Vorgebirge ja schon seit ein paar Tagen. Aber Schnee hatten wir nur für einen halben Tag. Für den kleinen Jungen, neben dem ich an der Ampel stand, genug, um ihn ausgiebig zu testen. „Pap, gibt es morgen wieder Schnee?“ fragte der kleine Mann seinen Vater. „Wahrscheinlich nicht, warumm denn?“ fragte der zurück. „Weil der Schnee so lecker schmeckt, vor allem der da vorne an dem kleinen Brunnen. Und am allerleckersten schmeckt er auf Butterkeks.“

Wie gesagt, testen konnte ich das leider nicht mehr. In Köln und im Vorgebirge gibt es nur Minustemperaturen und gefrorene Schönheiten.vereiste Efeublätter

Keinen Schnee. Dafür gibt es in der Eifel umso mehr davon. Zusammen mit Sonnenschein die perfekte Mischung für einen ausgiebigen Sonntagsspaziergang.Schnee, Sonne, entlaubte Bäume in der Eifel

Zuerst sind wir in der Nähe von Blankenheim durch die Felder und durch knöchelhohen, an manchen Stellen auch höheren, Schnee spaziert. Kurz nachdem wir aufgebrochen waren, wurden wir von einer türkischen Großfamilie überholt. Die einen zogen Kinder auf Schliten, andere große Rucksäcke und zwei junge Männer eine riesige Pappe über das verschneite Feld den Hügel hinauf.Familie beim Picknick im Schnee

Oben angekommen, packten die Familienmitglieder warme Decken aus den Rucksäcken, Thermoskannen, Gläser. Dann wurde die Pappe ausgelegt, die Decken darauf und drumherum drapiert. Alle nahmen Platz richteten sich gemütlich ein – mit Blick auf den Rodelhang, den die Kinder mit den Schlitten eroberten – und picknickten. Großartig!

Da wir aber weder Decken noch warme Getränke dabei hatten und auf Dauer vermutlich mit den Rodelhelden kollidiert wären, sind wir zunächst nach Blankenheim (schon um zwei fast ganz im Schatten – huch) Blankenheim in der Eifel im winterlichen Schattenhalb zugefrorener See in Blankenheim in der Eifel

Burg Blankenheim und der zugefrorene See im Talund dann zum sonnendurchfluteten, zugefrorenen und zugeschneiten Freilinger See weitergefahren. Um den wir dann im goldenen Nachmittagslicht ein gutes Stück herumgelaufen sind. Soooooo schön. Schnee und Sonne. Große Liebe.Verschneiter Freilinger See im Sonnenschein

am Freilinger See im SchneeEiszapfenSchneekristalleSchnee, Sonne und Eis am Freilinger See in der Eifel

 

Zeit schenken

grüne und rosa Macarons auf einem GebäcktellerDiverse Händler haben es in diesem Jahr im Bild umgesetzt – Geschichten erzählen ist das neue Werbeerfolgsgeheimnis. Aber sie haben ja recht: Zeit schenken ist einfach am schönsten. Die Zeit, die ich beim Schreiben der Weihnachtspost verbringe, beim Aussuchen und dann beim Einpacken der Geschenke, die Zeit für ein ausgiebiges Telefonat, für einen Besuch beim Adentsfenster.

Und Zeit mit guten Freunden. Mitten in der Adventshektik einen Nachmittag alles andere sein lassen, die Küche und ihre Utensilien mit Zucker und Schokolade einsauen, den Backofen heiß laufen lassen und dabei reden, schweigen, Musik hören, tanzen, Kaffee trinken, Gemüse knabbern, Fotos machen und glücklich sein.Rührmaschine rührt lila eingefärbten Eischnee

Wenn man diese Zeit dann noch mit den nettesten Ladies verbringt, die die Küche in diesem Jahr bevölkert haben und dabei wundervolle Macarons entstehen, dann ist es einfach ein wundervoller Adventstag. Dankeschön, ihr wisst, wer ihr seid <3grüne Macaronschalen auf einem Backblechverschiedene Macarons auf einem Tellerchen angerichtet

Knokke-Heist zum zweiten

Es gibt ja zwei mögliche Ausgangspunkte für die Planung von Reisen. Etwas sehen wollen, das man noch nicht kennt. Oder an einen Ort zurückkehren, an dem es besonders schön war. In diesem Jahr sind der Lieblingsmensch und ich eindeutig zur zweiten Fraktion der Wiederholungstäter -reisenden zu zählen. Und nachdem es uns neulich in Knokke-Heist so gut gefallen hat, waren wir kürzlich gleich nochmal dort.

Wir kamen im Regen an und ich habe mal wieder festgestellt, dass ich das Meer auch bei schlechtem Wetter liebe.Meer vor Knokke-Heist in Flandern bei schlechtem Wetter

 

Schild mit der Aufschrift "Bring your own sunshine"Aber wie das an der Küste so ist, klarte es bald auf und wir konnten Sonne, Strand und Strandpromenade bei strahlendem Sonnenschein und kühlenden Böen genießen.Weiße Buchstaben BEACH vor blauem Himmel in Knokke-Heist in Belgien

 

Albertstrand in Knokke-Heist in Belgien

Blick auf ein sehr wellenbewegtes Meer am Albertstrand in Knokke-HeistVom aufgewirbelten Sand braun gefärbte Wellen in Knokke-Heist, Flandern, BelgienPro-Tipp: In der Saison ist Knokke deutlich belebter als davor, doch so überlaufen wie befürchtet, war es bei weitem nicht. Dieses Mal nächtigten wir näher an der Stadtmitte mit ihren exklusiven Boutiquen, in denen sogar die Schaufensterpuppen Champagner trinken.

Wenn man vom Ortskern auf der Strandpromenade Richtung Holland läuft, werden die Hochhaus-Appartmenthäuser weniger und es gibt sogar vereinzelt Reetdächer. Haus mit Reetdach in Knokke-Heist

Besonders aufgefallen sind uns dieses Mal die kreativen Verbotsschilder für Hunde, die nicht an den Strand dürfen. Neben dem Standard-Hund, der sich aus mehreren Rechtecken zusammensetzt, gibt es an der Strandpromenade noch Schildervariationen, auf denen man bestimmte Hunderassen erkennen kann.

Schild, das ein Hundeverbot am Strand von Knokke-Heist ausweist

Leider gibt es wohl auch Menschen, die Hunde am liebsten ganz verschwinden lassen würden 🙁Hundeverbotsschild mit Hundesilhouette, auf die jemand eine Zielscheibe gemalt hat

 

Auf der positiven Seite auch diesmal: Die unglaublich netten Strandbars, in denen man nach ausgiebigen Wanderungen am Wasser oder auf der Promenade entspannen, lesen und kleine Snacks mit netten Getränken genießen kann (eins kann ich verraten: Gin mit Gurke wird nicht mehr unser Favorit).Holzschild mit "Beach House Rules" wie "Wake Up Smiling", Enjoy the day, Soak Up the Sun, Smile-Giggle-Love

Platte mit Tomate-Mozarella und Pesto sowie zwei Bieren

Lob von Gärtnern mit Ideen und guten Augen

Teich unf Farne im Botansichen Garten München-Nymphenburg

Seit einiger Zeit merke ich, dass ich es sehr zu schätzen weiß, an Orten zu weilen, an denen Gärtnerinnen und Gärtner gewirkt haben, die wussten, was sie tun. Der Botanische Garten in München-Nymphenburg ist so ein Ort. Am einzigen wetterschönen Tag vor einigen Wochen habe ich viele Stunden dort verbracht.

Palmen im Botanischen Garten in München-Nymphenburg

Ich bin durch das weite Areal geschlendert, habe die Vielfalt der Pflanzen bewundert, die Farben ihrer Blüten, die Formen ihrer Blätter. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, war die Kreativität, mit der alles zusammenspielte. Neben den Farben und Formen waren das vor allem auch Düfte, das Spiel mit Licht und Schatten, die Art, wie durch die Gestaltung von unterschiedlichen Höhen-Ebenen der Blick gelenkt wird.

Da gibt es schattenreiche Alleen und sonnenbeschienene Wege, trockene und feuchte Ecken, sandige, steinige, grasige und viele andere Wege. An manchen Ecken hört man Grillen zirpen, an anderen Frösche quaken und überall singen Vögel – jedoch hört man ganz unterschiedliche Arten, je nachdem, in welcher Ecke des Parks oder Gartens man gerade ist. Durch die Farnallee bin ich sogar gleich mehrfach gestreift und habe die fein ziselierten Blätter dieses uralten Gewächses in seinen verschiedenen Formen und Unterarten bewundert.

verschiedene Farne im Botanischen Garten in München-Nymphenburg

Und dann passt das Ganze sich ganz herrlich in die restliche Schlossanlage ein, greift die Wasserwege wieder auf und umgekehrt findet man im Park des Nymphenburger Schlosses immer wieder Anspielungen auf Pflanzungen im Botanischen Garten.

Blick auf das Schloss Nymphenburg

Schließlich saß ich unter einem Baum im Schatten und las Dinge, die mich in den nächsten Wochen sicher noch häufig beschäftigen werden. Wichtige Texte. Die nicht nur so tun als ob. Und ich habe festgestellt, dass das genau der richtige Ort dafür war. Hier konnte ich unbefangen, quasi ohne Vorurteile lesen. Plötzlich war es leicht, den Inhalt erst einmal sacken zu lassen, aufzunehmen, sein zu lassen, ohne gleich zu urteilen.

Allee mit Rhododendron im Botanischen Garten in München-Nymphenburg

Ich konnte die Augen schließen, den Vögeln um mich herum lauschen, sie öffnen, und dem Eichhörnchen zusehen, das vor mir auf dem Weg saß und mich halb neugierig halb hoffnungsvoll ansah (nein, ich hatte nichts zum Füttern dabei), die Augen wieder schließen und den Duft von Ulmenblättern, Kiefernnadeln, Pfingstrosen und Kräutern, von sumpfigem Teichwasser und frisch gemähtem Gras einatmen und genießen. Und nach einer Weile feststellen, dass die Bedeutung des Gelesenen gerade dadurch gut bei mir angekommen war.

Wegweiser zum Botanischen Garten, zur Pagodenburg und zur Magdalenenklause in München-Nymphenburg

Und das alles durch Menschen, die mitgedacht haben beim Anlegen des Parks. Von jemandem, der für Jahre im Voraus das Zusammenspiel von Bäumen und Büschen, von Kräutern und Blumen, von Wasser, Erde und Sand geplant und vorhergesehen hat. Von Menschen, die das richtige Maß von Pflegen und Wachsenlassen findet. Eigentlich eine schöne Metapher über das was zählt – nicht nur bei Pflanzen, sondern auch bei Menschen. <3

Seitenflügel des Schlosses Nymphenburg

Schloss Nymphenburg mit weißen Schwänen in der Abenddämmerung

Im Fußballfieber: Schweinsteiger in Guatemala

Der Blick über die Berge von Chiquimula ist atemberaubend. Der Weg nach Conacaste auch. Fast senkrecht der Abhang auf der einen, unglaublich Steil der Hang auf der anderen Seite der mit Schlaglöchern und ausgefahrenen Spurrillen gespickten Schotterpiste. Mehr als einmal überqueren wir einen kleinen Bach. Licht und Schatten spielen miteinander auf den kahlen, unwirtlichen Berghängen. Nach fast 2 Stunden Fahrt durch die Berge, kommen wir in Conacaste an. Vor dem Schulgebäude parken wir, dann geht es zu Fuß hinunter zu den einfachen Hütten aus Holzstäben mit Dächern aus getrocknetem Gras.

Steil sind die kleinen Wege und unbarmherzig brennt die Sonne. Steil sind auch die Felder, auf denen die Familien Mais anbauen. Sehr steil. Kaum vorstellbar, wie man hier säen, Unkraut jäten, ernten kann.

alte Dame in Conacaste im Portrait

Während unseres Besuchs setzt sich die Großmutter der Familie neben mich. Lächelt schüchtern, sagt aber kein Wort. 70 Jahre sei seine Mutter alt, verrät mir der Familienvater. Irgendwann steht die kleine alte Dame auf, küsst mich immer wieder auf die Wange und wünscht mir Gottes Segen. Sie freut sich, dass jemand aus Deutschland gekommen ist, um zu sehen, wie sie und ihre Familie leben. Dass Journalisten gekommen sind, die am anderen Ende der Welt erzählen können von diesem beschwerlichen Leben und dem, was es bedeutet, im Departement Chiquimula zu den Ärmsten der Armen zu gehören.

Zum Abschied drückt sie mir überraschend fest den Arm. Und wünscht mir, dass „Basti Scheinstei“ ein Tor bei der EM schießen möge, damit Deutschland gewinnt. Futbol. Futbol, sagt sie und trippelt lächelnd davon.

(Don’t go to Belgium) – Teil 3

Wo wir neulich schonmal an der belgischen Küste waren, haben wir auf dem Rückweg noch einen kurzen Abstecher nach Brügge gemacht.

Wasserweg in Brügge am Sint-Jans-Hospital

Eigentlich wollten wir ja nach Antwerpen, aber da war immer noch Stau rundherum, und so gönnten wir uns einen Abstecher ins Bilderbuch-Mittelalter. Wenn ihr es schön haben wollt und euch weder vor Kitsch noch vor Touristenmassen fürchtet, ist das euer Ort. Egal, um welche Ecke man biegt, es wird immer nur noch schöner.

Straßenzug in der Altstadt von Brügge

Platz mit historischen Häusern und Bäumen in Brügge

Reie in Brügge

Ein flämischer Giebel reiht sich an den nächsten, Kirchen, Villen, prunkvolle Gebäude, ein beeindruckender Belfried, Mühlen und, und, und machen die Stadt zu einem Schmuckstück. Die vielen Grachten – in Brügge heißen sie allerdings Reien – tun ihr Übriges dazu, um aus dem Städtchen eine Perle zu machen. Dazu Sonne ohne Ende und wir hatten einen wundervollen Nachmittag.

mehrere prunkvolle flämische Backsteingiebel nebeneinander

ein weißes und ein backsteinfarbenes Haus in Brügge

prachtvolles altes Backsteingebäude mit schmalem Turm in Brügge

Man kann in Brügge natürlich belgische Schokolade kaufen und sich freuen, wie der Lieblingsmensch von der Verkäuferin für seine guten Sprachkenntnisse gelobt wird. Nebenan können Biertrinker man aus hunderten ausgefallenen Sorten Bier und den passenden Gläsern wählen. Und je nachdem, durch welche Straßen man bummelt, riecht es verführerisch nach Muscheln oder nach Waffeln.

Schild mit der handgeschriebenen Aufschrift: A balanced diet is chocolate in both hands.

Man kann aber auch gemütlich in einer wunderbaren Teestube sitzen und Kaffee bestellen, zu dem man ganz ungefragt ein leckeres Stückchen Kuchen und ein wenig hausgemachte Schokolade bekommt.

Kaffeegedeck mit Cappucino und einem kleinen Stück Kuchen sowie einer kleinen blumenförmigen Schokolade

Wenn man vom dem Lärm, der Betriebsamkeit und der Hektik der unzähligen Menschen auf den Straßen genug hat, biegt man einfach in einen der kleinen Innenhöfe ab und beneidet kurz die Menschen, die dort mitten in der Stadt und trotzdem wunderbar friedlich und still wohnen. Wir haben zwischen den Blumen und Sträuchern des Hofs eine kleine Rast eingelegt und fühlten uns ganz verwunschen paradiesich.

Begrünter Innenhof mitten in Brügge

Fahrt also durchaus mal nach Flandern. Das kann man sehr gut machen.

 

Backsteingotik: Da muss ich wieder hin

Neulich war ich ja in Stralsund und schon auf dem Hinweg im wahrsten Sinne des Wortes hin und weg. Und dann bin ich abends völlig unbeleckt in Richtung Altstadt gebummelt und wollte eigentlich nur aufs Meer schauen, weil Meer und ich, das ist ja einfach immer große Glückseligkeit. Und  was soll man sagen, schon die Straßenschilder sind dort ziemlich großartig.

Straßenschilder in Stralsund mit der Aufschrift: Seebad, Hafen, Ozeaneum

Stralsund: Statue mit Fisch und Fischerboote auf dem Strelasund im Abendrot

Aber dann habe ich einen Blick durch ein Stadttor geworfen und bin immer meiner Nase nach gelaufen. Und in den nächsten anderthalb Stunden deutlich häufiger mit dem Rücken zum Strelasund gestanden als umgekehrt. Was soll ich euch sagen: Hammer.

Stadttor zur Altstadt in Stralsund

Dabei habe ich wohl die schönste Ecke der Altstadt in der untergehenden Sonne gar nicht entdeckt. Aber was ich gesehen habe, hat mich total verzaubert. Sooo schön sind die Fassaden der alten Hanse-Kaufmannshäuser. Backsteingotik, an mein Herz.

Zwei Hanse-Kaufmannshäuser in Backsteingotik-Optik in Stralsund

Liebevoll restaurierte Fassade in Stralsund

Blick in die Altstadt von Stralsund

Historische Fassade in Stralsund

Historische Fassaden vom Stralsunder Hafen aus gesehen

Und natürlich auch die Fachwerkhäuser.

Fachwerkhäuser in der Altstadt von Stralsund

Alte Fachwerkhäuser in Stralsund

Fachwerkhaus neben dem Johanniskloster in Stralsund

Und Klosterruinen.

Chor des Johannisklosters in Stralsund

Die Abendstimmung mit den verwaschenen Farben und den warmen blau-rosa-goldenen Tönen tat das ihre dazu.

Stadtsilhouette von Stralsund im Abendlicht

Und dann gab es da jede Menge Schiffe. Also eigentlich vor allem eins. Denn OMG, ohne danach zu suchen, stand ich plötzlich vor der Gorch Fock I. Da brach das kleine Fangirl in mir durch und ich stand ziemlich lange einfach nur da und freute mich. Sehr.

Das Segelboot Gorch Fock I im Hafen von Stralsund

Die Gorch Fock in einer unscharfen Nahaufnahme

Wo ich schonmal da war, habe ich am Ende  des Abends dann aber auch noch ausgiebig aufs Meer geschaut. Hach. <3

Blick auf die Stadtmauer von Stralsund und den Strelasund

Zwei Segelboote mit den Namen Schwerelos und sorglos am Hafen von Stralsund

Segelyacht im Yachthafen von Stralsund