Frankreichliebe – Europaliebe

Am Sonntag wählen die Franzosen einen neuen Präsidenten. Beziehungsweise bestimmen sie, wer es in den zweiten Wahlgang schafft und dann Präsidentin oder Präsident werden kann. Und je mehr ich von Freunden und Bekannten höre und in deutschen und französischen Medien lese, desto mehr habe ich das Gefühl, dass das Land, das ich liebe, sich grundlegender verändert hat, als ich es bisher wahrhaben wollte.

Meine Liebe zu Frankreich ist irgendwie einfach so entstanden. Ich bin in der Nähe der Grenze groß geworden und habe schon in der Grundschule die ersten französischen Vokabeln gelernt. Ganz selbstverständlich wollte ich unbedingt Französisch als erste Fremdsprache lernen. Und selbst wenn der erste Schüleraustausch in der sechsten Klasse ein kompletter Reinfall war (meine einige Jahre ältere Austauschpartnerin war zum ersten Mal verliebt und verbrachte ihre gesamte Freizeit mit ihrem Freund, während ich allein auf einem kleinen Dorf ohne andere Jugendliche festsaß und mit „bébé“ spielen konnte, dem dreijährigen Nachzüglerkind der Familie, das von allen so babyhaft behandelt wurde, dass es weder sprechen noch sicher laufen konnte oder wollte), habe ich mich unmerklich nach und nach unsterblich in dieses Land, seine Menschen, seine Sprache verliebt.

Außerhalb der Ferien radelten wir mit Freundinnen ins Elsass, kauften Baguette und Käse, und picknickten am Rheinufer – stilecht auf der französischen Seite.

Im Sommer nach dem ersten Austauschversuch war ich wieder in Frankreich. Diesmal bei einer Familie mit einem gleichaltrigen Mädchen, einem kleinen Häuschen mit Garten in einer wundervollen Kleinstadt. In den folgenden Jahren trafen wir uns immer wieder, mal in Deutschland, mal in Frankreich, wir plauderten in unseren beiden Sprachen, spielten mit den Haushühnern in Frankreich und fuhren begeistert mit der Wildwasserbahn im benachbarten Freizeitpark, wenn wir in Deutschland waren. Meine französische Freundin verdrehte den Jungs in meiner Clique reihenweise den Kopf. Ich lernte flirten, und verknallte mich in Diderot und französische Popmusik.

Und dann war da diese Begegnung in meinem ersten Langres-Sommer. An einem langen Wochenendtag besuchten wir die Großeltern der Familie. Gegen Ende des unenedlich langen und unendlich gemütlichen Familienessens, stand der Großvater auf, ging in ein Nachbarzimmer und kam mit einem Buch und einer Dose in der Hand zurück. Er drückte mir lächelnd beides in die Hand und die kleine, frankreichliebende, familiendynamik beobachtende Austauschschülerin, die ich war, saß plötzlich sprach- und ratlos inmitten der Großfamilie. Ich wusste gar nicht mehr, was ich sagen und wie ich die Situation einordnen sollte. Das Buch war „Mein Kampf“ und in der Dose steckten ein paar Reichsmarkscheine.

An die gespannten Blicke und die plötzliche, neugierige Stille am Tisch kann ich mich noch heute lebhaft erinnern. Und auch daran, dass es der Großvater war, der die Stille brach. Er war – neben meinem Vater – der erste Mensch, der mir von seinen Kriegserlebnissen erzählte. Davon, dass er in Deutschland in Kriegsgefangenschaft geraten war. Dass er als Knecht auf einem süddeutschen Bauernhof arbeiten musste. Und dass die Bauernfamilie sehr nett zu ihm gewesen sei. Er habe genug zu essen gehabt und mit viel Geduld habe der Familienvater ihm ein wenig Deutsch beigebracht. Er durfte die Bücher in der guten Stube lesen – oder versuchen, etwas daraus zu verstehen – und er durfte mit der Familie gemeinsam am Tisch sitzen.

Buch und Geldscheine bewahre er auf, um sich immer an diese Menschlichkeit mitten im Krieg zu erinnern. Er konnte sogar noch immer einige Sätze auf deutsch sagen. Eine seiner Töchter hatte seine Liebe zur deutschen Sprache inhaliert und war Deutschlehrerin geworden. Europa war in allen weiteren Gesprächen an diesem Nachmittag und Abend der einzige logische Weg für die Zukunft.

Egal, wie viel ich später lernte und las über deutsch-französische Geschichte: Eindrücklicher habe ich nur sehr selten gespürt, was diese so junge Freundschaft zwischen zwei Völkern bedeutet. Zum ersten Mal habe ich mich an diesem Tag nicht nur als Deutsche gefühlt, sondern als Europäerin. Ich habe es in diesen Stunden als Dreizehn- oder Vierzehnjährige nicht bewusst wahrgenommen, nicht begreifen können, aber ich habe es wohl damals schon gefühlt: Dass wir alle, jede und jeder einzelne von uns, etwas zu einer friedvollen, menschlichen, hoffnungsvollen Wirklichkeit beitragen können.

Wenn viele Franzosen jetzt ernsthaft über einen „Frexit“ nachdenken; wenn Menschen, die ich seit Jahren kenne und schätze, davon sprechen, wie sehr Europa die Freiheit Frankreichs bedrohe; wenn die allgegenwärtige Angst vor dem Terror dazu führt, dass der Wunsch nach der Einschränkung von Freiheiten auch bei Menschen, die ich als weltoffen und kreativ kennengelernt habe, zu Forderungen führt, die auch Gleichheit und Brüderlichkeit einschränken würden, so dass diese nur noch für einige bestimmte Gruppen der Gesellschaft gelten sollen; dann blicke ich über die Grenze, die für mich lange nur noch auf dem Papier bestand, und verstehe die Welt nicht mehr.

Ich weiß, dass man für Liebe nicht immer Verständnis braucht. Dass man jemanden auch dann lieben kann, wenn man ihn gerade gar nicht versteht. Und doch hoffe ich, dass sich am Sonntag, und beim zweiten Wahlgang in vierzehn Tagen, viele Franzosen einlassen auf dieses Experiment, das Europa heißt. Auch wenn – und gerade weil – es keine einfachen Antworten verspricht. Dafür aber Begegnungen, ohne die wir alle so viel ärmer wären.

Vive la France. Vive l’Europe. Vive l’amitié.

Kneipenschild mit der Aufscrift: Heute empfehlen wir: Politisch sein!

Demokratie zum Anfassen

Wählen gehen ist ein Recht, das mir jahrelang selbstverständlich erschien. Natürlich konnte ich wählen gehen. Bürgermeisterwahl, Gemeinderatswahl, Landtagswahl, Bundestagswahl, Europawahl. Sogar Pfarrgemeinderäte konnte man wählen. Ich habe mich sogar schon für Wahlen aufstellen lassen. Und wurde gewählt. Als Pfarrgemeinderätin und Betriebsrätin.

Nur einmal gab es ein Problem. Bei der Europawahl 1999 wohnte ich in Frankreich. Und weil dort die Post (oder irgendeiner der Transportwege für die Post) streikte, kamen meine Briefwahlunterlagen erst nach der Wahl bei mir an. Ein kleines Ärgernis, aber wer kann Franzosen, die für bessere Arbeitsbedingungen nicht arbeiten, irgendwas übel nehmen. Ok, nach sechs Wochen Busstreik, bei dem nicht mal verhandelt wurde und der dann irgendwann einfach ohne Ergebnis vorbei war, wurde meine Geduld schon sehr auf die Probe gestellt. Aber selbst wenn ich das Gefühl habe, das aktuelle Frankreich immer weniger zu verstehen (trotz vieler Gespräche mit französischen Bekannten und Freunden und der wirklich informativen politischen Zwischenrufe von Au fil des mots), ist das in meiner Erinnerung kein Grund gewesen, Wahlen grundsätzlich doof zu finden.

Zuhause zu bleiben oder meine Stimme absichtlich ungültig zu machen, auf diese Ideen bin ich nie gekommen. Aber in diesem Jahr reicht mir das nicht mehr. Ich will mehr tun. Etwas beitragen zu diesem unglaublich tollen demokratischen Vorgang. Mehr beitragen als nur meinen Stimmzettel in einen Umschlag zu stecken und ihn in eine Urne zu werfen. Und so habe ich mich als Wahlhelferin gemeldet.

Benachrichtigung über meinen Einsatz als Wahlhelferin

Das klingt jetzt erstmal nicht besonders großartig. Aber es ist ein Ehrenamt, ohne das die Demokratie nicht funktionieren würde. Und so werde ich also bei der NRW-Landtagswahl in diesem Jahr zum ersten Mal ein winzig kleiner Teil dieses demokratischen Prozederes sein und als Beisitzerin dazu beitragen, dass andere die Wahl haben.

Also tut mir einen Gefallen: Geht hin. Gebt eure Stimme ab. Macht davon Gebrauch, die Richtung in unserem Land mitzugestalten. Und lasst euch bei eurer Entscheidung nicht nur von eurem Gefühl leiten. Informiert euch, besucht vielleicht sogar Wahlkampfveranstaltungen. Redet mit euren Freunden. Diskutiert über die vorgeschlagenen Lösungen für aktuelle Probleme. Hört euch auch gegenteilige Meinungen an und tragt eure eigenen Argumente sachlich vor. Redet über Ideen und Fragen, Antworten und ihr Gegenteil.

Und auch, wenn das jetzt recht salbungsvoll klingen mag, meine ich es ganz ernst: Versuchen wir, nicht zynisch und sarkastisch zu sein, sondern an Veränderungen hin zu mehr Menschlichkeit zu glauben. Gestalten wir die Gesellschaft mit, die wir haben wollen. Setzen wir uns ein für Freiheit, Vertrauen, Hoffnung, (Mit-)Menschlichkeit. Für die Suche nach den richtigen Fragen und nicht nur nach einfachen Antworten. Setzen wir uns ein für die, die das selbst nicht können, weil sie schwach sind, oder stumm gemacht werden, weil sie Angst haben oder traumatisiert sind, weil sie rechtlos am Rand sind und selbst nicht mehr daran glauben, dass sie Würde haben. Machen wir uns stark für einander und für andere, für eine menschliche, hoffnungsvolle Grundlage für unser Zusammenleben. Setzen wir uns ein für das Aushalten von Konflikten und die sachliche Auseiandersetzung, in der niemand einem anderen das Menschsein abspricht. Und für die Demokratie.

Denn die funktioniert nicht einfach für uns. Sondern nur mit uns.

Was schön war (okay, es fängt doof an, aber dann… :-) )

„Ich renne und halte für Sie die Tür auf.“

Ein kleiner Satz, der ganz alltäglich klingt, meinen gestrigen Tag aber zu einem ganz besonders schönen gemacht hat. Aber von vorne:

Der Tag fing schonmal gleich gut mies an. Bevor ich das Haus verließ, hatte ich in der Bahn-App nachgesehen, ob mein Zug pünktlich sein würde. Jawoll, alles klar. Der Anschluss in Köln – für den ich sowieso schon eine halbe Stunde zusätzlichen Puffer eingeplant hatte – war mir sicher.

Fünf Minuten später am Bahnhof: Strecke gesperrt, seit mehr als einer Stunde geht hier gar nichts mehr. Immerhin stand da ein Zug, in dem es Sitzplätze gab. Der freundliche Triebfahrzeugführer vom „National Express“ gab immer wieder mit Durchsagen bekannt, was es zu wissen gab: Dass er seinen Kollegen von der Nachtschicht abgelöst habe und auch erstmal erfahren müsse, wie es denn nun weitergehe. Dass die Strecke leider immer noch gesperrt sein. Dass die Strecke wieder freigegeben worden sei und man gleich losfahre. Und dass wir 20 Minuten später dann doch den Zug räumen mussten, um mit einem anderen Zug, der mittlerweile auf dem Nachbargleis gestrandet war, in die falsche Richtung zu fahren, weil: Nach Köln kommen Sie hier nicht. Immerhin bringe einen der andere Zug nach Bonn, wo man zwar auch keinen Schienenersatzverkehr, aber immerhin die Straßenbahn erreichen könne.

Und mitten in diesem Chaos wurde es schön: Die Info, welcher Zug fährt und wohin, hatte man nämlich den Menschen auf den diversen Bahngleisen und im anderen Zug nicht gegeben. Das erledigten dann die – nach bis zu zwei Stunden Verspätung überraschend gelassenen – Fahrgäste aus dem blauen Zug. Egal, wer wie oft fragte, jeder teilte das Wissen, das er hatte. Wer nun doch das Auto holen wollte, bot Fahrgemeinschaften an, andere geleiteten Ortsfremde zur Bushaltestelle, von wo man wenigstens ein bisschen gemeinsam in die richtige Richtung weiterfahren wollte.

In Bonn erwischte ich dann die Straßenbahn nach Siegburg und hatte dort laut Fahrplan drei Minuten Zeit zum Umsteigen in einen ICE gen Süden. Leider war die Straßenbahn aber genau diese drei Minuten zu spät. Egal. Rechtzeitig vor der Einfahrt in den Siegburger Bahnhof stellte ich mich an die Tür zum Aussteigen. Il y a un dieu pour les ivrognes – frei übersetzt: Das Glück ist mit den Besoffenen Tüchtigen. Und vielleicht würde ich den Zug ja trotzdem irgendwie kriegen. Das ständige Sporteln im letzten Jahr verleiht mir zwar keine Flügel, aber immerhin schnellere Beine. 🙂

Die brauchte ich aber gar nicht, denn plötzlich steht ein freundlicher Herr mit Rucksack neben mir und sagt den schönen Satz: „Wollen Sie auch zum ICE nach Mannheim? Ich auch und ich habe keinen Koffer. Ich renne und halte für Sie die Tür auf.“

Jemand der seine Umgebung so wahrnimmt, dass er das, was er selbst tut, mit anderen in Verbindung bringt. Jemand, der einfach so seine Hilfe anbietet. Jemand, der nicht lange fragt, sondern einfach mal macht: So jemanden wünsche ich euch heute auch. Und morgen. Und übermorgen. Und überhaupt.

Lieber unbekannter Bahnmitarbeiter (das weiß ich, weil wir danach noch ein wenig plauderten): Vielen Dank. Und allzeit gute Fahrt!

 

Sei immer du selbst. Außer…

… du kannst ein Einhorn sein. Dann sei immer ein Einhorn,

Es hat definitiv Vorteile, mit einem Nerd verheiratet zu sein. Einer davon ist das Verständnis für und die geteilte Zuneigung zu nerdigen Geschenken. Und so hat der Lieblingsmensch mir zum Geburtstag einen Einhornausstecher geschenkt. Da so viele bei der Party nach dem Rezept gefragt haben, das ich damit buk, und damit ich es selbst wiederfinde (Das Blog als Backbuch 🙂 ), schreibe ich es euch auf.Einhorn-Keks

Zutaten für die Einhorn-Kekse:

  • 250 g zimmerwarme Butter
  • 180 g Zucker
  • 20 ml Vanillesirup
  • 2 Eier
  • 500 g Mehl

So wird’s gemacht:

Butter und Zucker gründlich miteinander verrühren. Vanillesirup gut unterrühren. Dann die Eier unterrühren und alles zu einer glatten Creme aufschlagen. Nach und nach das Mehl dazugeben, bis ein glatter Teig entsteht.

Den Teig in Folie einwickeln und für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank legen. Ich habe den Teig über Nacht gekühlt und am nächsten Tag verarbeitet. Verarbeitet heißt: Ausrollen, ausstechen, bei 180°C auf mittlerer Schiene im Backofen für 8 bis 12 Minuten backen.

Auskühlen lassen und verstecken bis zum Gebrauch. Sonst kann es passieren, dass einige der niedlichen Tierchen sich schon vorher in die Münder und Bäuche von zufällig vorbeikommenden Passanten Lieblingsmenschen verschwinden…

Pro-Tipp für Leute mit mehr Zeit und natürlich den passenden Regenbogen-Gummischlangen: Einhörner mit bunten Mähnen und Schweifen.

Habt es schön und mit viel Glitzer!

Blumenmeer mit Ausblick: Jardin exotique in Roscoff

roscoff-jardin-exotiqueNach einigen Tagen Frühling nutze ich die graue Zwischenepisode für ein paar sonnige Erinnerungen. Gärten, die von jemandem angelegt wurden, der weiß, was er tut, haben es mir ja schon länger angetan. Daher nehme ich euch heute mit in einen Garten, der mein Herz im Sturm erobert hat. Und das nicht nur wegen der Schildkröten (Schildkröten… hach).

Engländer ohne Ende, eine süße Innenstadt mit schnuckeligen Häusern und einem schönen Hafen, Kirchen in Granit und stattliche Bürgerhäuser, das alles in einer schönen Bucht: Roscoff ist wirklich eine Reise wert.

Was ich aber besonders ins Herz geschlossen habe, ist der Jardin exotique, der botanische Garten von Roscoff. Dort setzen die Verantwortlichen ganz auf Gegensätze: Pflanzen des Südens im Norden (des Finistère).Blick auf die Bucht von Roscoff vom Jardin exotique aus

Wundervolle Ausblicke nach innen und außen

Der Garten liegt etwas außer- und oberhalb der Innenstadt, direkt neben dem großen Fährhafen Richtung England und Irland. Die Felsen, auf denen der Garten angelegt wurde, haben die Gestalter ganz wunderbar in ihr Konzept eingebaut. Und so wandert man auf dem Rundweg durch die Schönheiten der südlichen Erdhalbkugel hinauf und hinab und kann auch einen Felsen erklettern. Von oben hat man eine wunderbare Aussicht auf die Bucht, die davorliegenden Inselchen und (mit einem Fernglas) bis zu Île de Batz.Blick vom Jardin exotique in Roscoff auf den Fährhafen nach England

Auch an vielen anderen Stellen hat man eine sehr schöne Aussicht auf das Meer. Doch es lohnt sich durchaus, den Blick auch ins Innere des Gartens zu richten. Da gibt es Wasserläufe und Teiche – sogar mit Schildkröten -, an deren Ufern tropische Pflanzen ganz prächtig gedeihen. Es gibt Schattenecken, in denen Farne und andere Schattengewächse sich wohlfühlen und Felslandschaften, auf denen hunderte verschiedene Kakteen  wachsen.Kakteenblüte im Jardin exotique in Roscoff

Blühendes Roscoff im Herbst

Auch im Herbst blüht Vieles. Manchmal sind es aber auch verblühte Schönheiten, die schön aussehen. Blüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagne

Kakteenblüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagneorange Blüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagnegroße lilafarbene, sternförmige Blüte im Jardin exotique in Roscoff, Finistère, Bretagneverblühte Staudenblüte im Jardin Exotique im bretonischen Roscoff an der Nordküste des FinistèreNeben den Augen freut sich aber auch die Nase, denn es riecht überall unterschiedlich. In einem eigenen Abschnitt lädt außerdem ein Gerüchegarten dazu ein, Blätter zu reiben und verschiedene Gewürzsträucher und Düfte zu entdecken.Im Geruchsgarten des Jardin exotique in Roscoff

Bunte Infotafeln klären über die Entdecker verschiedener Pflanzen auf oder erzählen die Geschichten von bretonischen Gartenbaupionieren der Vergangenheit. Und bunte Bänke oder kleine, unter Palmen versteckte Stühle laden zum Bewundern, Riechen, Lauschen oder Entspannen ein.Blick aufs Meer von einer Sitzecke im botanischen Garten in Roscoff

Das Besondere: Der Jardin exotique in Roscoff bekommt keinerlei Subventionen oder Zuschüsse. Er trägt sich ausschließlich durch die Eintrittskosten und den Verkauf exotischer Pflanzen aus der Zucht des Gartens. <3Teich mit Schildkröten im Jardin exotique in Roscoff

Picknick-Platz with a view

Zusatztipp: Nur ein paar Schritte vom Parkplatz entfernt liegt eine Aire de Pique-Nique mit einem grandiosen Ausblick.Aussicht vom Pique-Nique-Platz am Jardin botanique in Roscoffroscoff-jardin-botanique-pique-nique

Pointe du Van im Nebel

pointe-du-van-nebel-argueveur-chapelle-saint-theyPlötzlich tauchte ein Schiff aus dem Nebel auf, es war der Küste schon ganz nah. Laut tönte sein Signalhorn bis zu den Menschen, die stumm auf den Felsen an der Küste standen. Die Arme verschränkt standen sie da und warteten…

Mitten im Nebel kann man sie bildlich vor sich sehen, die so oft beschriebenen Szenen der bretonischen Strandräuber, die so arm und verzweifelt gewesen sein sollen, dass sie Kühen Lampen um die Hörner gebunden hätten, um so Schiffe auf die Klippen zu lenken.pointe-du-van-nebel-argueveur-la-vieille

Mitten im Nebel kann man sich vorstellen, wie die schauerlich-schönen Legenden entstanden vom Tod, der Ankou, die mit der Kutsche umherfährt, um sich ihre nächsten Opfer auszusuchen. Von Korrigans und anderen Wesen, die ihr Unwesen treiben und arglose Spaziergänger vom Weg abbringen.pointe-du-van-nebel-argueveur-eoliennes

Mitten im Nebel kann man erleben, wie sich die Einsamkeit von Insulanern angefühlt haben muss, wenn sie im Sturm nicht übersetzen konnten und – manchmal tagelang – das Festland nicht sehen konnten.

Mitten im Nebel kann es aber auch verträumt sein und schön. Man hört die Stimmen anderer Spaziergänger, aber man kann sie nicht sehen. Es hat ein paar Grad abgekühlt, der Ginsterduft und der Duft des feuchten Farns sind längst nicht mehr so intensiv, wie zuvor im Sonnenschein.pointe-du-van-nebel-argueveur-farn

Man ahnt, dass in den Felsen unter einem, Vögel mit ihren Artgenossen streiten. Das Geschnatter und Gekreische dringt deutlich ans Ohr. Aber so sehr man sich auch anstrengt, man bekommt die Verursacher der Geräusche einfach nicht zu Gesicht. Ein paar Meter kann man sehen – nach vorne, zurück, aufs Meer.pointe-du-van-nebel-argueveur-steilkueste

So einen Nebeltag haben wir im vergangenen Jahr an der Pointe du Van erlebt. Eine herrlich-skurrile, einsam-verträumte, nebel-düstere, ab und an von einem stärkeren Sonnenstrahl, der es schaffte, den Nebel ein wenig zu lichten, erhellte, Szenerie. Wir kennen die Landspitze mittlerweile gut. Ist ja schließlich unsere Lieblingslandspitze an unserem Lieblingsende der Welt. So hatten wir sie aber noch nie erlebt. Gerne wieder. <3pointe-du-van-nebel-argueveur-chapelle-saint-they-von-hinten